Nov 232009
 

Bild: Frozenbyte, http://trine-thegame.com

Die Welt ist aus den Fugen geraten. Untote wohin das Auge blickt. Bösartige Skelettkrieger, die jedem friedlebenden Menschen den Garaus machen wollen. Die Zeit für Helden ist gekommen: Das Schicksal vereint drei mutige Recken um das Böse wieder aus der Welt zu verbannen und das Königreich zu retten. Ein Magier, eine Diebin und ein Krieger ziehen aus um das Gleichgewicht zwischen Gut und Böse wieder in Einklang miteinander zu bringen.

Amadeus, Zoya und Pontius heißen die drei und das Abenteuer welches diese Gruppe gemeinsam erlebt nennt sich Trine – erhältlich für PC und im Playstation-Network-Download-Store. Im letzteren für gerade mal 20€ zum Download.

Vermutlich war es auch das Schicksal welches mich zu diesem Spiel geführt hat, denn bevor ich im PSN das Demo herunter lud hatte ich noch nie etwas von Trine gehört. Und jetzt lässt es mich nicht mehr los.

Das Spiel
Es handelt sich um ein klassisches Jump’n Run Spiel. 2-Dimensional – immer schön von rechts nach links laufend. Ab und zu auch ein wenig nach oben oder unten – und das war es. Wir steuern immer einen unserer drei Alter Egos, können aber jederzeit zwischen den Charakteren wechseln. Es ist auch möglich, dass ein oder zwei Mitspieler die anderen Charaktere übernehmen – aber gleichzeitiges spielen ist nicht möglich.

Jeder der Charaktere hat unterschiedliche Fertigkeiten, die nötig sind um die Level erfolgreich zu bestehen. Der Krieger hat zunächst Schwert und Schild und räumt mit den Untoten Gestalten auf oder nutzt das Schild um sich vor herabfallenden Gegenständen zu schützen.

Die Diebin kann mit Pfeil und Bogen umgehen und damit als Fernkämpferin agieren und z.B. mit Feuerpfeilen auch Fackeln entzünden. Außerdem hat sie einen Enterhaken mit Seil, den sie nutzen kann um sich „Tarzan und Jane“-like durch die Lüfte zu schwingen.

Und unser Zauberer ist in der Lage Gegenstände zu bewegen. Außerdem kann er Kisten und später auch Stege erschaffen. Diese erleichtern das Spiel an vielen Stellen – an anderen Stellen wiederum geht es ohne seine Hilfe gar nicht voran.

Im Laufe des Spieles entwickeln sich die Charaktere weiter und bekommen neue Fähigkeiten und Items, die im späteren Verlauf auch dringend benötigt werden.

Ist es am Anfang noch sehr leicht und mit wenig Übung zu schaffen, sich bis zum Ende des Levels vorzukämpfen, zieht der „Kniffeligkeits-Grad“ doch recht rasch, aber angenehm an und es wird immer komplizierter voranzukommen. Nur mit Kombination aller Charaktere und deren Fähigkeiten ist es möglich die Level erfolgreich zu meistern. Ab und zu kommen auch größere Gegner vor und versperren den Ausweg des Levels – klassisches Spieldesign.

Dabei gibt es keine ausweglosen oder unfairen Situationen, immer lässt sich mit ein wenig Nachdenken eine Lösung finden.

Überall in den Levels sind Bonus- und Erfahrungsitems versteckt. Und so habe ich eines ums andere Mal schon minutenlang vor einem schier unerreichbaren Item verzweifelt rumgeturnt bis meine Freundin mir den entscheidenden Ratschlag gegeben hat um das gewünschte Ziel zu erreichen.

Es gibt kein Zeit-Limit, man kann alles in Ruhe ausprobieren und herumspielen. Wenn einer unserer Charaktere mal das Zeitliche segnet ist das auch kein Problem: Das „Trine“ sorgt dafür, dass er seine sterbliche Hülle beim nächsten Check-Point wiederbekommt. Das finde ich klasse. Die Check-Points sind ausreichend vorhanden. So ist es auch möglich, jederzeit mit dem Spielen aufzuhören und am nächsten Tag weiter zu spielen. Ideal für Gelegenheitsspieler.

Erwähnenswert ist noch, dass es 4 Schwierigkeitsgrade gibt. Das sollte also für jedes Niveau etwas dabei sein.

Die Grafik

Bild: Frozenbyte, http://trine-thegame.com

Die Welt von Trine ist sehr plastisch und dreidimensional geworden. Die Comichafte Hintergrundgrafik ist extrem detailliert und Farbenfroh. Wunderschöne Lichteffekte mischen sich mit bunten Farben und butterweichem Scrolling. Es macht einfach nur Spaß sich an den Grafiken zu ergötzen, selbst meine nur zuschauende Freundin kann nicht genug davon bekommen.

Die Charaktere sind liebevoll animiert und die Interaktion mit der Welt mit den Schaukeln, Brücken, Kisten, Monstern, Lianen und vielem mehr klappt einwandfrei und bisher komplett frustrationsfrei.

Die Musik
Schon bei der Demovision hat mich die Musik in Ihren Bann gezogen und war einer der Gründe für den Kauf des Spieles. Wunderschöne Melodien, nie aufdringlich und trotzdem eingängig, begleiten unsere Helden durch die düstere Welt von Trine. Abseits des Mainstreams von Bombast-Filmsoundtracks hat hier ein Musiker mal wieder eine echte Spiele-Melodie in Tradition von Stormlord, Cybernoid oder auch Hawkeye (alle C64) geschaffen. Ari Pulkkinen ist aus meiner Sicht ein echtes Meisterstück gelungen. Auf seiner Homepage kann man den Soundtrack auch käuflich erwerben. Mein MP3-Player hat das Musik-Futter schon bekommen.

Dazu gibt es ab und zu noch deutsche Sprachausgabe (u.a. wird zwischen den Levels die Story weitererzählt) die nie aufdringlich ist, witzig rüberkommt und die gute Atmosphäre des Spieles noch verstärkt.

Fazit:
Für 20€ bekommt man ein kurzweiliges, klassisches Jump’n Run für die PS3 zum Download. Wunderbare Grafiken, ein bezaubernder Soundtrack und ein abwechslungsreiches, rundum gelungenes Gameplay machen das Spiel in meinen Augen zu einem absoluten Muss in der Sammlung eines jeden Spielefans. Kaufen.