Gefährlichstes Spiel des Jahres
Das gefährlichste Spiel des Jahres war für mich… Mario Party! Unglaublich, nicht wahr? Nach einem Nachmittag Mario Party mit Lebensgefährtin und Sohn (5) tat mir schlussendlich das Handgelenk so sehr weh, dass ich wenige Tage später zum Doktor musste. Der stellte mein Gelenk für eine Woche ruhig und ich war arbeitsunfähig (Maus- Hand). – Thorben
Peinlichste Redewendung des Jahres
Sie kamen schleichend aber sicher. Erst im Teamspeek, dann auch über Skype und zuletzt im wirklichen Leben – von Angesicht zu Angesicht: Die Menschen, die nicht mehr lachen können. Menschen, die, wenn sie etwas witzig finden nicht mehr schmunzeln, kichern, lachen oder sich schreiend auf den Boden werfen. Die Art von Menschen, die stattdessen tatsächlich „LOL“ oder „ROFL“ sagt. Ich bin erschüttert. – Thorben
Frag des Jahres: Amazin Knife Throw
Ich habe viele, ja wirklich viele Luckshots dieses Jahr online erlebt, teilweise auch selber gehabt. Jemand quer über das halbe Spielfeld mit einer Flash niederzustrecken ist einfach kein skill. So auch der finale Frag in diesem Video. Mehr Glück kannst du nicht haben. – David
Buch des Jahres: Martin Geisler (2009): Clans, Gilden, Gamingfamilies
Das breite Feld der Literatur und medialer Berichte über das Phänomen Videospiele wird in der Regel durch Studien über deren Wirkung auf Gewaltverhalten oder Sucht beschränkt wahrgenommen. Hier dominieren Namen wie Pfeiffer oder Spitzer und damit auch deren verqueren, jedoch teilweise empirisch gestützten Aussagen, dei jedoch vor methodischen Fehlern nur so strotzen. Erfrischend eine Arbeit zu dem Thema zu lesen, die zwar um diese “Grundpfeiler” der Diskussion von Videospielen nicht drumherum kommt, dennoch das Phänomen Videospiel als Kulturtechnik, als Teil der Jugend, ja quasi als Jugendszene (mit vielen alten Hasen) und damit als Phänomen in einem weit größeren sozialen Rahmen betrachtet. Videospiele gehören heute genauso dazu, wie Fernseher und Bücher. Gerade am Beispiel von Clans und Gilden lässt sich zeigen, dass Videospiele mehr sind, als pure Unterhaltung, die uns nach Ansicht von Pfeiffer und Co. vereinsamen lassen. Ganz im Gegenteil, sie tragen dazu bei, dass sich Freundschaften zwischen Menschen entwickeln können, die sonst nie ein Wörtchen miteinander gewechselt hätten. Wer noch nach einem Sachbuch sucht, dass wirklich lesbar ist, sollte mal einen Blick in diese methodisch hervorragende wissenschaftliche Arbeit werfen. – David
Die Rückkehr des Jahres: Die Reaktivierung der E3 als sexualisierte Trend-Messe
Es gab eine Zeit, da stand die Spiele-Messe E3 für folgende Schlagwörter: Sex, Titten, Testosteron, Blitzlicht, Glitzerzeug und und und. Die Messe ereilte ein Schicksal, das auch Menschen zufliegt, die vor dem Essen nicht halt machen können: Sie werden fett und drohen zu zerplatzen. Die E3 zerplatze letztlich auch, wie die Internet-Blase am Anfang des neuen Jahrtausends. Zu viel. Zu haltlos. Zu pomphaft. Den Umständen nicht unbedingt angemessen. Die Organisatoren sattelten um und kompromittierten die eigene Messe, indem sie eine regelrechte Farce veranstelteten: kleine Vorführungen über mehre Hotels verteilt. Damit schnippelten sie an der Messe die Bedeutungshaltigkeit weg und sie drohte zu einer Makulatur zu degenerieren. Doch in diesem Jahr fand sie doch noch zu “alter Stärke” zurück. Die Rückkehr zur alten Philosophie, bloß vielleicht doch nicht so groß, nicht mehr von so geschmacklosen Superlativen durchsetzt. Schwupps mauserte sie sich wieder zu einer mit großen Neuigkeitscharakter gekrönten Trendmesse. Vorbei die Zeiten, als gar die Leipziger Games Convention als Thronfolger paraphrasiert wurde. Da merkt man, wie tief die Messe damals gesunken ist. Nun ist sie fast wieder die Alte. Es mutet wie eine Rückkehr zu den guten alten Zeit an, in denen man noch gedankenlos C02 emittieren durfte und die Wohlstandskurve als Gerade in den Olymp betrachtete. Doch Videospiele brauchen eine solche, fast verrückt anmutende Plattform. Bücher haben ihre Frankfurter Buchmesse, Comics ihre ComicCon, Filme ihren Oscar, und Videospielen haben die E3. Jeder bekommt das, was er verdient. Videospielen eben eine aufgepumpte Superlativ-Messe mit viel Tohuwabohu. – Klaus
Talentverschwendung des Jahres: RARE
Ich trauere der talentierten Entwickler-Schmiede von Rare immer noch nach. Sicherlich sind die Spiele auf der 360 nicht von schlechten Eltern. Auch die Qualität stimmt: Nuts & Bolts setzte interessante neue Akzente und Viva Pinata ließ die alte Rare-Brillanz aufblitzen. Statt die qualitative Besserung zu forcieren, spannte Microsoft die kreativen Künstler in die noch vage erscheinende Natal-Projektarbeit ein, wo sie hoffentlich nicht für belanglose Bewegungskapriolen eingesetzt werden. Offenbar bleibt bei der ganzen Arbeit keine Zeit für anspruchsvolle interaktive Unterhaltung: Im Jahre 2009 beglückte uns Rare mit keiner einzigen Software-Perle. Stattdessen beschäftigte man sich mit den sicherlich schick auszusehenden Avataren der aktuellen Xbox-Menüoberfläche, und in der Presse zirkulierte die Hiobsbotschaft, ein potentieller Knüller wie Kameo 2 könnte wegen Natal-Entwicklungsarbeiten gestoppt worden sein. Es wäre in der Tat ein Jammer, wenn das Talent immer nur in Gestalt alt auflebender Klassiker aufschimmern würde: Perfect Dark wartet schon sehnsüchtig auf die Lancierung auf Xbox Live Arcade. Doch die ewige Klassiker-Verehrung kann kein Maßstab für Rare sein. Man hat langsam das Gefühl, Rare gleicht einem jungen Erwachsenen, der einfach nicht imstande ist, aus seinen Kinderschuhen zu schlüpfen. Die Arbeiten an Natal sind dann vielleicht so was wie eine therapeutische Beschäftigungsmaßnahme – Klaus
Die Defloration des Jahres: Crime & Sex & Rock’n'Roll auf Wii (Blutwurst mit Mad World) und DS (Kriminalisierter Drogenhandel) – Enttabuisierung auf Familienkonsolen!
Wenn man wie Nintendo ganz offensichtlich auf ein breites Publikum abzielt, dann ergibt sich daraus natürlich ein Problem. Je größer man die Zielgruppe definiert, desto schwerer ist es, Inhalte kundengerecht zu gestalten. Als Mad World sich anschickte, die Konsole mit Blut zu beflecken, regte sich im Publikum Widerstand. Wie kann eine familienfreundliche Konsole solche rohe, gewalthaltige Inhalte beherbergen? Das geht doch nicht! Unsere Kinder?! Unser wohlbehüteter Familiensegen beginnt schief zu hängen! Aus den Reaktionen konnte man ablesen, wie es um den Ruf von Videospielen bestellt ist. Jedenfalls verlor die Wii endlich ihre Unschuld und ein Gewaltfeuerwerk wurde in Gang gesetzt, das Kontroversen erregte und richtige Diskussionen anregte. Auch der DS erlebte eine ähnlich Entjungferung: Mit Chinatown Wars wurde der DS zu einem Umschlagsplatz von Drogen und jeder unscheinbar, für Familien- und Kinderspaß geltende DS wurde zu einem Hort der Kriminalität. Auf dem zwei Bildschirmen florierte ein clever in Szene gesetzter Drogenhandel in bester Rockstar-Manier. Die Wii und auch der DS haben aufgrund ihrer dominanten Markstellung eine gewisse Verantwortung für ihre zahlenmäßig imposante Klientel. Doch mit eben solchen Spielen wurde diese gewiss auch in vorurteilsbehaftete Ansichten abdriftende Meinung etwas durchlöchert. – Klaus
Bewegenster Moment: Dorfbesichtigung in Uncharted 2
Uncharted 2 ist in vielen 2009 Ranglisten an vorderster Front zu finden. Zu Recht. Zwar kommt die Story nicht über seichte Indiana Jones-Maßstäbe hinaus, und letztlich macht man nicht mehr als in anderen Spielen. Aber das Exklusiv-Machwerk für die PS3 vereinigt die besten Elemente des Action-Adventure Genres in einer runden, wunderbar anzusehenden Packung. Und zugegeben. Schöner hat sich ein Spiel dieses Jahr nicht zurecht gemacht. Abseits des Popcorn-Kinos bietet Uncharted 2 aber auch etwas für die höheren Sinne: In einem Kapitel dürfen wir ein Dorf im tibetanischen Hochland seelenruhig auskundschaften, die Dorfbewohner beobachten und sie bei ihrem täglichen Tagewerk mustern. Die fremdländische Sprache prallt an unser unverständiges Ohr und wir beteiligen uns an dem Fußballspiel zweier fröhlich lachender Kinder. Die Sequenz umfasst vielleicht nur wenige Minuten. Doch dieser besinnliche Einschub, der inmitten des actiongeladenen Geplänkels wie eine Tee-Zeremonie anmutet, gibt uns einen Ausblick auf die suggestive Macht von Videospielen. Selten fühlte man sich mehr in einer kulturell exotischen Weltregion. Seltener bewegte uns in diesem Jahr eine virtuelle Welt. Mehr davon! Bitte. – Klaus
Overhype des Jahres: Modern Warfare 2
Sagt mir ob ein Durchschnittsscore von 94% bei metacritic gerechtfertigt ist? Eben! Hinzu kommt noch die “Dedicated Server Geschichte” und die Kontroverse bezüglich der sinnlos implementierten Flughafen-Szene. – Gerhard
Nachricht des Jahres abseits der Spielewelt: Der Tod Michael Jacksons
Die Meldung zum Tod Michael Jacksons ging wie ein Lauffeuer um die Welt und brachte Dienste wie Twitter an die Grenze der Belastbarkeit. Eine Ikone des Pop-Business und letztlich auch der Spielewelt ist gestorben. “This is it, Michael!” kann man da nur noch sagen und danke für Deine weltbekannten Hits. – Gerhard
Revolutionärste Ankündigung: Onlive und Co.
Nein, nicht Natal von Microsoft ist die revolutionärste Ankündigung des Jahres, sondern Gamestreaming bzw. Cloud-Gaming. Nach wie vor befinden sich die Dienste der Anbieter nur in der Testphase, sollte Onlive und Co. das Versprochene jedoch tatsächlich einhalten können, dann dürfte sich die Gamingwelt grundlegend ändern. Die Skepsis ist nach wie vor groß, aber gerade diese Skepsis beweist auch, wie sehr Gamestreaming unseren Begriff von Videospielen und auch die dahinterliegende Industrie nachhaltig verändern könnte. 2010 wirds ernst! – Gerhard
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{ 1 Kommentar… lese ihn unten oderschreibe selbst einen }
Hihi, wenn du Mario Party gefährlich fandest, dann dürfte so ziemlich jedes Wii-Spiel auf seine Weise gefährlich sein xD …