Das Leben unterhalb von Moskau – Metro 2033


Am 16. März für die 360 (& PC)
Am 16. März für die 360 (& PC)
Manche kennen wahrscheinlich den in einer dystopischen Zukunft angesiedelten Roman Metro 2033 des russischen Autors Dmitri Alexejewitsch Gluchowski, der es mit diesem Erstlingswerk in positiver Weise in die Schlagzeilen der literarischen Zirkel schaffte. Der atmosphärisch dichte Roman erzählt von einer apokalyptischen Zukunftsvision, in der Moskau durch Kriegswirren im Verbund mit atomaren Verwüstungen an der Oberfläche völlig unbewohnbar wurde. Die restlichen Überlebenden leben in der unterirdischen, weit verzweigten Metro und müssen sich den gefährlichen Angriffen von Mutanten mit Haut und Haaren entziehen. Die Geschichte fokussiert sich auf den zwanzigjährigen Artjorn, der vom Leser durch die schmutzigen Metro-Schächte begleitet wird. Der Autor beleuchtet dabei die sich unterschiedlich herausschälenden Gesellschaftsformen, welche sich subterran formieren und eigene, sonderbare Stilblüten ausgebildet haben.

Das Szenario mag auf den ersten Blick an Neil Geimans Niemalsland erinnern, das unterhalb von London eine mythische Parallelwelt zusammenphantasiert. Wer sich schon einmal in der “fantastischen” (und verschmutzten) Metro von Paris befunden hat, wird wahrscheinlich auf Anhieb erahnen können, mit welcher Faszination man auf solche phantasievollen Geschichten reagiert (ich liebe die stimmungsvolle, unheilschwangere Atmosphäre von U-Bahn Stationen und fühle mich in diesen sehr wohl – so lange ich mir sicher sein kann, dort jederzeit wieder herauszukommen).

Das Erstlingswerk von Gluchowski
Das Erstlingswerk von Gluchowski
Der literarische Stoff von Metro 2033 bietet sich für eine passende Videospiel-Umsetzung natürlich bestens an. Umso erfreulicher erscheint die Tatsache, dass schon am 16. März das Spiel Metro 2033 für PC und Xbox 360 erscheint. Entwickelt wird der als First Person Shooter konzipierte Titel vom ukrainischen Entwickler namens 4A Games, das sich nebenbei erwähnt auch auf die Expertise von ehemaligen Mitarbeitern von GSC Gameworld verlassen kann. Nicht umsonst begrüßt die Entwicklerschmiede die zum besseren Verständnis des Spiels aufgeführten Vergleiche mit STALKER. Den Fokus legen die talentierten Programmierer und Künstler auf die Atmosphäre und die Story. So äußerte sich der Creative Director David Langeliers gegenüber Destructoid.com folgendermaßen:

“We really tried to focus everything on story, setting and atmosphere with Metro 2033.

Speziell Studios aus dem Osten (besonderer Dank gebührt der Ukraine) sind dafür bekannt, ausgefallene, glaubwürdige virtuelle Welten zu schöpfen, die mit einer sonderbaren, verstörten Atmosphäre aufwarten (bestes Beispiel ist das schon gefallene STALKER vom ukranischen Studio GSC Gameworld). Natürlich sind sich die Jungs und Mädels von 4A Games der Schwierigkeit einer Videospiel-Adaptation eines modernen Endzeit-Romans bewusst. Zwar unterscheide sich die Geschichte im Vergleich zum literarischen Ursprungstext in einigen kleinen Dingen, aber hinsichtlich der Charaktere, Geschehnisse und Umgebungen wolle man recht originalgetreu verfahren. Erwähnenswert ist vielleicht der Umstand, dass das Studio mit dem Autor von Metro 2033 offenbar eng zusammenarbeitet. Akkuratesse dürfte bei dieser Umsetzung also sicherlich gewahrt bleiben.

While we want fans of the novel to feel this is an accurate representation of it, we also need to be sure the player has enough combat to make the game interesting and engaging and we don’t want to bore them with lengthy dialog or cut scenes. (David Langeliers von 4A Games)

Metro 2033
Metro 2033

In vielen Previews kommt der Fist Person Shooter sehr gut davon und storylastige, anspruchsvolle Spiele im Stile von STALKER gibt es leider viel zu selten (einige RPG-Elemente wie das Upgraden der Waffen scheinen implementiert zu sein ). Das Szenario klingt überaus faszinierend. Und dass sich das Studio aus ehemaligen Entwicklern von GSC Gamestudio zusammensetzt, nährt mein Vertrauen in die Qualität des Endprodukts um einige Stufen. Das Game erscheint wie gesagt schon am 16. März. Schön dass auch die Xbox 360 mit einer Version beliefert wird. Ich freue mich sehr darauf.

Schon CVG zeigte sich angetan von der Qualität einer Preview-Fassung und applaudierte mit folgendem vielversprechenden Satz, bei dem uns schon das Wasser im Mund zusamenläuft:

With a few of the kinks smoothed out and another layer of polish, this could be a real contender in the Half-Life class for hardcore PC FPS fans. That’s probably all you really need to know.

(via Destructoid.com, Destructoid.com, PCGames.de, Wikipedia.de, Phantastik-Couch.de, Wikipedia.com, CVG.com)

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10 Kommentare zu “Das Leben unterhalb von Moskau – Metro 2033”

  1. NachtPoet sagt:

    Klingt interessant… hab das erste STALKER mit begeisterung gespielt, und das Seting hier klingt vielversprechend.

    Was mich aber viel mehr begeistert: Du kennst Neil Gaiman und Niemalsland! So ein grandioser Autor und ein wundervolles Buch 8^) leider beide in Deutschland noch sträflich wenig bekannt. Wann immer ich in Lesestoffunterhaltungen mit strahlenden Augen den Namen Gaiman ehrfurchtsvoll nenne, erste ich nur fragende Blicke…

    • Klaus sagt:

      Hihi. Habe mir Niemalsland gerade erst bestellt und werde nächste Woche mit der Lektüre beginnen. Ansonsten habe ich Coraline von ihm gelesen, das mich schwer begeisterte (der Film war für mich einer der besten des vergangenen Jahres). The Sandman scheint auch toll zu sein, habe mich aber bisher nicht lange damit beschäftigt.

      Wenn wir schon dabei sind, kannst du mir noch ein paar Empfehlungen geben (von mir aus auch über Neil Gaiman hinausgehend)?

      PS: Stalker ist wirklich eine Klasse für sich.

      • NachtPoet sagt:

        Gaiman Empfehlungen? Also, das ist so: Wenn Neil Gaiman als Autor drauf steht, ist es eine Empfehlung 8^) für mich einer der besten Geschichtenerzähler unserer Zeit, und ich hoffe, eines Tages auch nur Ansatzweise seine Qualität zu erreichen 8^)

        Wenn Dir Coraline gefallen hat, dann auf jeden Fall “The Graveyard Book” lesen, sein neustes Werk, im Prinzip ein “Jungle Book” mit Friedhof und Geistern statt Dschungel und Tieren. “Stardust” gehört für mich zu den schönsten Märchen, die ich jemals gelesen habe. “American Gods” ist etwas schwerere Lektüre, spielt aber auf faszinierende Weise mit seinem enormen Wissen über Mythologie und Amerikas neuen Göttern. Ähnlich wie “Anansi Boy”, wobei das um einiges leichter und humorvoller ist. Und wenn Du Pratchett magst, dann lies unbedingt “Good Omens”, das beide zusammen geschrieben haben und die irrwitzigste Weltuntergangsgeschichte aller Zeiten sein dürfte. Und natürlich sind auch Gaimans diverse Kurzgeschichtensammlungen grandios.

        Sein absolutes Meisterwerk ist natürlich “Sandman”, ein Graphic-Novel-Epos, welche mit Abstand die beste ‘Geschichte’ ist, die ich jemals lesen durfte. Oder besser, die beste Komposition aus Geschichten. Nicht umsonst hat eine der Sandman Episode über Shakespeare einen renomierten Kurzgeschichtenwettbewerb in England gewonnen (worauf hin die Regeln derart geändert wurden, dass nie wieder ein Comic eingereicht werden kann…). Die “Absolute Sandman” Bände sind zwar eine nicht gerade günstige Anschaffung, aber jeden Cent wert.

        Oh, und Film: “Mirrormask” hat er zusammen mit Dave McKean erschaffen, und ist eine absolute Perle.

        Über Gaiman hinaus zu empfehlen: “Fool on the Hill” von Matt Ruff, “Nation” von Terry Pratchett (auch für alle, die mit seinen Scheibenwelt-Romanen weniger anfangen können), und ich hab mir gerade mal wieder die komplette “Foundation” Reihe von Isaac Asimov gegönnt und bin baff erstaunt, wie gut sie ist. Hab sie das erste mal in viel zu jungen Jahren angefangen und blieb damals stecken. Heute hingegen… Wow.

        …so, das sollte Dich für die nächste Zeit versorgen *g*

  2. Klaus sagt:

    Du hast mich gerade sehr glücklich gemacht. :-)

    Meine Buch-Bestellung wird sich wohl um einige Titel erweitern. “The Sandman” habe ich leider aufgehört zu lesen, weil ich nur über eine “digitale Version” verfügte, welche extrem umständlich zu lesen war (von der Unmoral der illegalen Beschaffungswege ganz zu schweigen…).

    Von Asimov habe ich auch schon einiges gehört. Wird endlich Zeit mal reinzuschauen.

    Freue mich schon sehr auf die Geschichten…herzlichen Dank!

    Als kleine “Gegenleistung”. Bin gerade darauf gestoßen. Scheint deiner phantasiedurstigen Kehle würdig zu sein: http://www.youtube.com/watch?v=vORsKyopHyM

    • NachtPoet sagt:

      Ui, werd ich mir gleich mal anschauen 8^)

      Zu Asimov: Seine Foundation-Saga gilt (zu recht) als einer der Meilensteine der SciFi, und ist in vielerlei Hinsicht weit mehr, fast schon eine Gesellschaftsstudie, und obwohl schon einige Jahrzehnte alt, immer noch brandaktuell.

      Die Foundation-Bücher sind allerdings nur die Spitze des Eisberges und in gewisser Weise das Finale seiner Jahrtausende überspannenden Zukunftsvision. Sie sind für sich genommen ein absolutes Erlebnis, aber es mag sinnvoll sein, zunächst mit seinen Roboter-Kurzgeschichten und Romanen anzufangen. “The Complete Robot” ist eine komplette Sammlung der erstgenannten und ein idealer Einstieg.

      Eine chronologische Reihenfolge der Bücher findet sich hier:
      http://de.wikipedia.org/wiki/Foundation-Zyklus

      Was mich an Asimov begeistert: Er ist hochintelligent, ein hervorragender Beobachter der Menschen und zudem ein grandioser Schriftsteller. Hab grad versucht, im Anschluss an die Foundation-Bücher “Limit” von Schätzing zu lesen… und nach ein paar Kapiteln aufgegeben. Langatmig geschrieben, Charaktere, die mich kalt lassen… Fühlte sich an wie Fastfood nach einem 5-Sterne-Menü.

      • Gerhard sagt:

        Oki – danke – werd ich mir mal ansehen. Ich finde ja Stanislaw Lem und Philip K. Dick spitze. :)

      • Klaus Schneider sagt:

        Nochmals danke. Neverwhere hat mich schon auf Anhieb verzaubert. Asimov wird wohl auch nicht mehr lange auf sich warten lassen.

  3. Nathaniel sagt:

    habe neverwhere von gaiman auch gelesen. ist eine nette, sehr kurze geschichte. tolle ideen und gut geschrieben. für mich aber kein meisterwerk. trotzdem gut zu lesen. graveyard book werde ich wohl auch noch bestellen.

    wer’s dystopisch und extrem düster/trostlos mag, der sollte auch mal The road von cormac mccarthy lesen (hat auch no country for old men geschrieben).

    • NachtPoet sagt:

      Neverwhere ist sein Erstlingsroman, basierend auf einer Fernsehserie, die er fürs BBC geschrieben hatte. Nicht sein bestes Buch, dennoch durchaus lesenswert 8^)

  4. Malkavianer sagt:

    Vielen Dank an alle für die super-Tipps :-)

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