Apr 202010
 
Darth Vader ist nicht begeistert...
Darth Vader ist nicht begeistert...
Dank Senior Gamer bin ich auf auf Cryteks CEO Cevat Yerli aufmerksam geworden, welcher uns künftig für Game-Demos zahlen lassen will. Der entsprechende Beitrag erschien bei Develop und wirkt für mich alles in allem ein wenig sonderbar. So wird dort Crytek als Indie-Studio beschrieben – sind die wirklich noch Indie?

 

Jedenfalls ist Cevat Yerli nicht sicher, ob zum hauseigenen Crysis 2 eine Demo erscheinen wird. Demos seien Luxus und die Entwicklung selbiger käme den Studios teuer.

„A free demo is a luxury we have in the game industry that we don’t have in other industries such as film. Because we’ve had this free luxury for so long, now there are plans to change this people are complaining about it. The reality is that we might not see any free game demos in the long term.“

Er hatte allerdings noch einiges mehr zum Thema zu sagen.

So kann er sich für „Premium-Demos“ einen Preis von 10 bis 15 US-Dollar vorstellen. Natürlich muss der gute Mann auch noch das leidige Thema Piraterie anführen, dem man irgendwie Herr werden muss. Und natürlich sei ein Aufschrei durch die Menge gegangen, als von kostenpflichtigen Demos die Rede war. Dazu meinte er, dass von EA (Anmerkung: EA fungiert als Publisher von Crysis 2) nur falsch kommuniziert wurde und die kostenpflichtigen Demos natürlich mehr zu bieten hätten, als eine herkömmliche Demo. Damit hätten wir Gamer dann auch mehr davon, also wäre die Demo nach seiner Logik die paar Dollar locker wert.

Gehts noch Herr Cevat Yerli? Ich soll für eine Demo zahlen, um beim Spielen selbiger vielleicht festzustellen, dass mir das Spiel nicht gefällt? Und Games mit Filmen zu vergleichen – was soll das? Schon mal den Preis der beiden Güter verglichen? Ich kaufe ja auch kein Parfum, ohne es vorher zu riechen! Demos mögen „Luxus“ sein, gehören aber mittlerweile zum guten Ton. Die Kosten für die Demo sollten bzw. werden ohnehin in die Budgetplanung integriert. Für Werbung bleibt ja auch (oft) genügend Geld über.

Kostenpflichtige Demos als Kampfansage gegen die Piraterie (bzw. als Mittel zur Kompensierung der dadurch entstehenden Verluste) anzuführen ist meiner Meinung nach sowieso paradox und kontraproduktiv. Dadurch werden einige potentielle Käufer mehr dazu übergehen, sich das Game aus dem Netz zu ziehen, anstatt eine kostenpflichtige Demo zu kaufen.

Alles in allem fadenscheinige „Argumente“ um kostenpflichtige Demos zu rechtfertigen. Mal sehen, ob das Konzept tatsächlich aufgeht. Ich sage schon mal NEEEEEIIIIIIIIIINNNNN!!!