Sonic the Hedgehog 4 stellt ja bekanntlich einen Neustart der Serie dar und wird wahrscheinlich im Herbst auf den Markt kommen. Zumindest die erste Episode, da Sonic 4 (vorerst) nur als Downloadtitel in Episodenform erscheint. Ich bin seit Sonic the Hedgehog (1991) dabei und habe quasi alle Höhen (die 90er-Jahre) und Tiefen (alles danach) mitgemacht. Und ich muss euch ehrlich sagen: Ich habe die Schnauze voll!

Sollte Sonic the Hedgehog 4 wieder ein Reinfall werden, dann kann mir der blaue Igel künftig gestohlen bleiben. Die Chancen für einen Flop stehen leider nichteinmal besonders schlecht. Wie komme ich darauf?

Gehen wir einmal kurz zurück in die glorreichen 90er-Sonic-Jahre. Der Igel kam praktisch aus dem Nichts und zeigte Mario, wo das Hammerl hängt. So schnell gings noch nie zur Sache und im Gegensatz zu den heutigen Sonic-Titeln stimmte auch das Gameplay. Der Unterschied zu heute? Geniales Leveldesign! Sonic war damals auf der Höhe der Zeit und die Games bestachen durch ihre Ausgeklügeltheit.

Sonic the Hedgehog war nicht einfach nur ein Geschwindigkeitsrausch, bei dem man ab und zu mal ein paar Buttons drücken musste, im Gegenteil. Die ersten Sonic-Titel waren schwer, verlangten präzises Timing und waren voll. Voll von verschiedenen Pfaden in unterschiedlichen Ebenen und voll von Items und Secrets. Voller fordernder und motivierender Abwechslung eben. Irgendwann kam der blaue Igel dann allerdings von der Bahn ab…

Spätestens 1999, als das erste 3D-Sonic – Sonic Adventure – für die Dreamcast das Licht der Welt erblickte, ging es für den Igel bergab. Sonic Adventure hat es einzig und alleine seinem damaligen “Wow!”-Faktor zu verdanken, dass es dermaßen gelobt wurde und so gute Kritiken erhielt. Ich meine, die Walverfolgungsjagt war doch einfach klasse damals, oder? Rein vom Gameplay war Sonic Adventure jedoch schon ein erster größerer Rückschritt. Kameraprobleme und Linearität gingen Hand in Hand und haufenweise neue bescheuerte Charaktere wurden eingeführt. Mit diesen MUSSTE man auch spielen und spätestens bei Big the Cat fragte man sich nur noch: Was soll jetzt das zur Hölle?! In seinen Levels musste nur noch gefischt werden… Wie spannend! Weiter weg vom Sonic-Feeling kann man sich gar nicht bewegen, oder?

Jedenfalls ging es seither stetig bergab mit den Sonic-Games. Mit jedem neuen Sonic-Titel wurde auch ein neuer Charakter eingeführt (Shadow, Werehog etc.) und irgendwann war dann er Punkt erreicht, in dem man in einem Sonic-Spiel mehr Zeit mit den anderen “Neben”-Charakteren verbrachte, als mit Sonic selbst. Und die Sonic-Level hielten sich alle nur noch an das Motto:

“Sonic is the name – Speed is the game!”

Viel mehr als ab und zu einen Knopf zu drücken um Sonic springen zu lassen und den Analogstick bis zum Anschlag nach oben zu bewegen war nicht mehr drin. Abwechslung, Vielseitigkeit und Herausforderung gleich Null.

Und Sega schien das alles komplett egal zu sein. Hauptsache die Spiele mit dem Igel am Cover spülten ordentlich Geld in die Kassa. Man reduzierte Sonic auf eine einzige Tatsache: Geschwindigkeit.

Stimmt schon, Sonic war immer schnell. Aber früher konnte man nicht einfach wild drauflos rasen, sondern musste oftmals vorsichtig hantieren, um nicht versehentlich in ein Hindernis zu rasen. Im Gegenteil: oftmals war man vergleichsweise langsam unterwegs, um die Levelpassagen ohne Ring- bzw. Lebensverlust zu meisten. Die zwischenzeitlichen “Speedruns” waren eher eine Belohnung und Motivation und fungierten nicht als Hauptbestandteil der Games. Wie bereits erwähnt bestachen die ersten Sonic-Games vor allem auch durch ihr vielfältiges und ausgeklügeltes Leveldesign.

Wie dem auch sei, Sega hat sich allem Anschein vorgenommen, Sonic zurück zu seinen Wurzeln zu führen und den Igel wieder zu alter Stärke kommen zu lassen. Anfangs war ich von dieser Nachricht – endlich wieder ein 2D-Sonic! – begeistert. Doch mittlerweile frage ich mich schon wieder, ob Sonic wieder zu alter Hochform auflaufen wird können. Warum? Weil Sega anscheinend wieder nur auf die alte Formel “Geschwindigkeit” setzt und sonst nicht viel mehr. Seht euch nur dieses Level aus Sonic the Hedgehog 4 an und urteilt selbst. Viel bescheuerter gehts ja fast nicht mehr, oder?

Vielleicht hat Sega auch selbst eingesehen, dass zum Thema Leveldesign von Sonic 4 noch einiges an Arbeit offen ist, und das Spiel deshalb auf Herbst verschoben. Hoffentlich ist dem so und Sonic findet zurück zu seinen Wurzeln. Falls das neue Spiel von Segas Maskottchen jedoch wieder ein Reinfall wird, dann Pfeif ich künftig komplett auf die Serie. Und ja, ich glaube auch nicht wirklich an Sonic: Colors. Aber ist das noch ein Wunder? Eben!

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Zerebrat Juni 9, 2010 um 22:06

Ich gebe ihm ne chance.

Sonic Unleashed war einfach geil, nur der Werehoge war scheiße

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