Alan Wake - allein auf weiter Flur...
Alan Wake - allein auf weiter Flur...

Ach wie oft mussten wir über Dritthersteller berichten, die über die mehr oder weniger schlechten Verkäufe ihrer Coregames auf Wii jammerten (Beispiele gibts hier, hier und hier)… Immerhin scheint Sega kein Problem mit der Wii zu haben. Grundsätzlich lautete jedoch der Tenor: Auf der Wii verkaufen sich keine Coregames – Punkt!

Wie passt da die Meldung dazu, dass Games wie Alan Wake, Prince of Persia: The Forgotten Sands, Blur und auch Split/Second wahre Ladenhüter zu sein scheinen? Zumindest wenn man sich die Zahlen für die USA ansieht. Wie können sich diese Games nicht verkaufen, wenn sie doch auf zumindest einer der beiden HD-Konsolen erschienen sind?

Die genannten Games haben sich seit erscheinen in den USA nämlich im ersten Monat weniger als 200.000 mal verkauft. Blur kommt gerade einmal auf 31.000 Einheiten; Split/Second schneidet mit 86.000 verkauften Stück auch nicht viel besser ab. Und Alan Wake, welches sich 6 Jahre in Entwicklung befand? Der Xbox-exklusive Titel ging im Mai gerade einmal 145.000 mal über die Ladentische, und das trotz Marketing und respektabler Wertungen.

Weshalb verkauften sich die Games schlechter als erwartet?

Einen definitiven Grund dafür wird man nicht ausmachen können, aber es gibt viele Faktoren, die dafür eine Rolle spielen und die wir immerhin umreissen können. Eine kurze Übersicht einiger Gründe, weshalb Spiele wie Alan Wake im wahrsten Sinn des Wortes liegen geblieben sind:

1. Releasepolitik

Erinnert ihr euch noch an die “Angst vor Modern Warfare 2” und dessen Folge? Viele Publisher haben sich einfach dazu entschlossen, ihre Games Anfang 2010 auf den Markt zu bringen. Die Folge: ein wahres Überangebot an guten Spielen, die es zu kaufen lohnt. Und das gilt wohl für alle Plattformen. Und leider, irgendwann ist das Budget aufgebraucht und somit muss man mit dem Kauf weiterer Titel ein wenig warten. Doch nicht nur die Anzahl der Titel war enorm, sondern auch deren Qualität.

2. Qualitativ hochwertiges Angebot

Natürlich gibt es wie immer Ausnahmen, doch im großen und ganzen gabs in den ersten Monaten des Jahres durchwegs top-bewertete Games zu kaufen. Ihr könnt euch dazu auch die Zusammenfassung des ersten Halbjahres bei Metacritic ansehen, die passend betitelt wurde: “Sales down, quality up” Ein paar Titel, die bisher schon erschienen sind: Super Mario Galaxy 2, Mass Effect 2, Red Dead Redemption, Bioshock 2, God of War 3, Heavy Rain, Battlefield Bad Company 2 etc. etc.

3. Bezugsquellen

Spielen kann man inzwischen nahezu immer und überall. iPhone/iPad, das Web und insbesondere Facebook machen dies möglich. Und auch auf den Konsolen kann man dank PSN, XBLA, WiiWare und Co. auf den Besuch im nächsten Laden verzichten und sich diverse – oft hochkarätige Games – einfach downloaden. Und da wäre dann noch DLC sowie Vollpreistitel, die man ebenfalls schon downloaden kann (LittleBigPlanet, inFamous sowie Steam für PC/Mac).

4. Ein zeitliches Problem

Spielen kostet neben Geld auch Zeit; vor allem im Multiplayer. Die Hersteller veröffentlichen auch laufend neue Maps um ihre Kunden weiter ans Spiel zu binden. Viel Zeit mit einem Spiel zu verbringen bedeutet auch, weniger Zeit für andere zu haben.

5. Und noch mehr…

Die Aussicht auf den 3DS, Move, Kinect, 3D etc. veranlasst vielleicht auch so manchen, sein Geld quasi für die Zukunft zu sparen, und nicht gleich sofort zu investieren. Schließlich muss auch nochmals die Wirtschaftslage erwähnt werden – das Geld sitzt im Moment eben nicht so locker…

 

Die genannten Punkte dürften sich je nach Individuum mehr oder weniger auf die Verkaufszahlen auswirken. Alan Wake und Co. sind auch noch nicht besonders lange auf dem Markt und könnten sich bis zum Ende des Jahres noch passabel schlagen. Welche Games auch immer in eurer Gunst und somit in eurer Konsole landen, fix ist jedenfalls, dass sich der Gamesmarkt im Wandel befindet und die Hersteller darauf reagieren (werden). Hoffentlich nicht zum Nachteil für uns Gamer!

(via Gamasutra, Gamesindustry)

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Zerebrat Juli 6, 2010 um 13:23

Ich habe mir Alan Wake zum Release geholt und Blur jetzt wo es billiger ist.

Warum sollte man sich Spiele zum Vollpreis holen wenn die nach 1 Monat 20€ weniger kosten?

Das mache ich nur mit Spielen die ich nicht mehr erwarten kann und wo man weiß das der Preis lange so bleiben wird (L4D2, Alan Wake, Halo Spiele)

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Gerhard Juli 6, 2010 um 13:26

Jep – stimmt – diesen Punkt sollte man nicht unerwähnt lassen: Abwarten, bis die Games günstiger werden! Danke!

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Malkavianer Juli 6, 2010 um 14:00

Das sind für mich auch immer die beiden wichtigsten Kriterien:

1) Warum Vollpreis bezahlen? Abwarten, Tee trinken, Geld sparen… :-)

2) Überangebot an Spielen. Bin immer noch nicht mit allen meinen Spielen durch, was den Part "abwarten" von Punkt1 umso angenehmer macht!

Im Allgemeinen finde ich aber gerade den Punkt2 sehr wichtig. Wir werden mit Konsumgütern jegweglicher multimedialer Natur geradezu zugebombt, da muss man mit seiner Zeit sehr genau hantieren…

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Klaus Juli 6, 2010 um 17:07

Für Remedy tut mir das sehr leid. Gerade solch ein toller Entwickler sollte massig Unterstützung finden, um sie für weitere vielversprechende Projekte zu rüsten – gerade bei einem Spiel mit einer solch langen Entwicklungszeit wäre es ein Segen gewesen, wenn sich Alan Wake vortrefflich verkauft hätte. Wie viel Ressourcen das gefressen hat.

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Gerhard Juli 6, 2010 um 17:23

Ja – wenns Alan Wake für die PS3 gäben würde…

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keldana Juli 7, 2010 um 01:39

Hinzu kommt, dass der Preisverfall immer schneller geht … in den Schnäppchenblogs findet man Alan Wake JETZT schon ab 19,99 Euro INKL. Versand … o.k., ist ne Asia Version, aber auch die englische Version kostet bei amazon.co.uk schon unter 25 Pfund …

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