Aug 182010
 

Heute öffnet die in Köln hausende Spiele-Messe ihre Tore. Heute für Fachbesucher. Morgen für das Fußvolk. Die in den Messehallen verteilten Spiele-Stationen sollen schon einmal das Interesse wecken, um die Besucher für das anrollende Weihnachtsgeschäft heiß zu machen. Wir haben uns mal die Pressemitteilungen der „Big Three“ angeschaut und herauszufinden versucht, welche Spiele auf der Messe auf eure gierigen, zuckenden Spiele-Finger warten werden. Die in den nächsten Tagen ins Internet flutenden Erfahrungsberichte werden vielleicht schon ein Stimmungsbarometer abgeben können für eine erste Qualitätseinschätzung der fertigen Spiele.

Microsoft will Kinect präsentieren und schon einmal eine gute Ausgangslage für die im Massenmarkt neu im Winter einzuführende Technik schaffen. Ob das von Rare entwickelte Kinect Sports, bei dem auf der GamesCom neue Leichtathletikdisziplinen vorgestellt werden, Joy Ride, ein controllerloser Kart-Racer, Kinectimals, ein Tamagotchi-Ableger oder Dance Central, ein Ganzkörper-Tanzspiel. Microsoft spult das ganze bewegungssensitive Line-Up ab und möchte das Bewusstsein des Publikums für die „neuartige“ und „controllerlose“ Eingabemechanik schärfen.

Daneben werden die Nordamerikaner aber auch „normale“ Games an den Mann bzw. die Frau zu bringen versuchen. Mit Halo: Reach (Release: 14. September) und Fable III (Release: 26. Oktober) stehen Titel anspielbereit, die in den nächsten Wochen erscheinen und im Vorweihnachtsgeschäft dementsprechend großspurig abräumen möchten. Unglaublich wie schnell diese Spiele wieder erscheinen. Microsoft möchte alos eine Begeisterung für das hauseigene Steuerungssystem schaffen und zugleich zwei ihrer exklusiven Blockbuster zelebrieren.

Sony dagegen denkt auch an das nächste Jahr und kündigt neue Hardware-Zusätze für die PS3 an: Eine 320GB große PS3 wird die alte 250GB-Variante mit der Dreingabe eines Playstation Move-Bundles ersetzen. Und ab Oktober vergrößert sich das Festplattenvolumen der für 299€ erhältlichen Konsole auf die Kapazität von 160GB. Sony erkennt die enormen Marktchancen der downloadbaren Inhalte und rüstet dementsprechend auf. Auch spielerisch gehen die Japaner „neue“ Wege. Auch wenn sie altbewährt sind und wenig Raum lassen für innovative Inhalte. Resistance 3 und ein neues Ratchet & Clank wurden anlässlich der Messe in Deutschland angekündigt (worüber schon Gerhard referierte). Profitträchtige Titel, über deren unermüdliche Wachstumshormone wir natürlich nicht zu sprechen brauchen.

Und Nintendo wartet mit anspielbereiten, hitverdächtigen Weihnachtstiteln auf: Legend of Zelda: Skyworld Sword, Metroid: Other M, Donkey Kong Country, Professor Layton und die verlorene Zukunft, Kirby’s Epic Yarn oder z.B. Golden Sun: Dark Dawn. Allein diese illustre Liste würde einen Besuch in Köln rechtfertigen – wobei wir von gamgea zu faul sind, um den auch nicht allzu langen Weg anzutreten. Wir haben Konsumentenmessen eben nicht nötig. Zu viel Lärm. Zu viel Trubel. Zu viel Jungspunde. Zu viel Proletariat. Nichts für uns.

Kanada als Partnerland

Die Betreiber der GamesCom möchten die Internationalität der Spiele-Messe befeuern. Erster Grundpfeiler dieser strategisch global ausgerichteten Vorgehensweise ist die Rekrutierung eines Partnerlandes. Dieses mal Kanada, das nicht einfach so ausgewählt wurde, um den Schein eines internationalen Flairs zu suggerieren – obwohl durch die Beteiligung aller Konsolenhersteller das sowieso gewährleistet ist. Kanada erweist sich als zukunftsträchtiger, kreativer Markt für die Spiele-Industrie. Mehr als 60 Universitäten, die im Bereich des Gamings Bildungsmöglichkeiten offerieren. Viele Unternehmen, die in der Sparte der digitalen Medien ihre Zelte aufgeschlagen haben und prosperieren. Mit diesem Gefühl des Aufwärtstrends und der Zukunftsträchtigkeit möchte sich wohl auch die Messe in Deutschland umkleiden. Warten wir mal ab, welche Impulse von der Messe ausgehen.