Nov 172010
 

Früher war angeblich alles besser. Die Winter waren noch richtig kalt, das Geld war noch etwas wert, die Jugend noch nicht so frech, und Sonic-Spiele auf stationären Konsolen standen noch für ungebremsten Spielspaß.

SEGA kann nun zwar weder das Wetter ändern noch die globale Wirtschaftslage steuern oder den Generationenkonflikt beilegen, aber zumindest was Sonic-Spiele angeht gelobt der japanische Konzern Besserung. Die letzten 3D-Ausflüge des Igels enttäuschten Fans und Fachpresse gleichermaßen und standen allesamt im Schatten ihrer 2D-Geschwister. Dabei gab es immer wieder Anlass zur Hoffnung. Doch die guten Aspekte und Gameplay-Elemente wurden jedes Mal von fragwürdigen Design-Entscheidungen untergraben. So waren Titel wie z.B. Sonic Unleashed zwar keine Totalausfälle und boten durchaus einige der beeindruckendsten Momente der Seriengeschichte, doch Werigel-Mutationen, Schwertkämpfe, Shooter-Einlagen und das ständige Hinzufügen neuer Charaktere mit ihrem Sonic-untypischen Gameplay vermiesten vielen Spielern den Spielspaß. Diesmal soll jedoch alles ganz anders werden, und Sonic Colours schickt sich an, die Unkenrufe Lügen zu strafen.

Ob Sonic dieses Mal die Kurve kriegt?
Ob Sonic dieses Mal die Kurve kriegt?

Unser Fazit: SEGA hat es geschafft! Nach all den Jahren vergeblichen Flehens seitens der Fans und nach all den durchwachsenen bis schlechten Kritiken der Fachpresse besinnt sich der Konzern nun endlich auf das, was Sonic früher (in den guten, alten Zeiten) ausmachte: Einwandfreie Spielbarkeit, eine sympathische Geschichte, eine grandiose Technik und eine gelungene Mischung aus Hochgeschwindigkeits- und diffizilen Hüpf-Passagen. Sonic Colours ist das Spiel geworden, auf das die Spielerschaft seit der 16-Bit-Ära gewartet hat. Zumindest was die Heimkonsolen angeht. Denn den 2D-Ausflügen des blauen Stachelmaxes für Handhelds (auf GBA, DS, NeoGeo Pocket und N-Gage) hat man ja schon immer nachgesagt, dass sie ihre 3D-Kollegen in die Tasche stecken. Dies ist nun nicht mehr der Fall. Sonic Colours beweist, dass Sonic-Spiele auch in 3D funktionieren können! Naja, sagen wir ehrlicherweise in 2,5D.

9/10 – Großartig (Eine 9 ist eine hervorragende Errungenschaft. Es gibt kleinere Ungereimtheiten, die aber vernachlässigbar sind und das Gesamtbild nicht erschüttern können.)

Sonic Colours (Wii)
Entwickler: Sonic Team
Publisher: SEGA

Unser blauer Igel hat es schon nicht leicht. Kaum hat er die Welt vor den fiesen Machenschaften Dr. Eggmans gerettet, heckt der ebenso böse wie geniale Wissenschaftler schon den nächsten Plan aus, um die Weltherrschaft an sich zu reißen. Normalerweise zumindest. Denn dieses Mal hat es den Anschein, dass Eggman tatsächlich Reue zeigt und seine Untaten wieder gutmachen will. Dafür hat er im Orbit von Sonics Heimatplaneten einen gewaltigen Freizeitpark gebaut, in dem Jung und Alt ihren Spaß haben können. Doch so leicht lässt sich der coolste Igel der Welt nicht auf’s Glatteis führen, und so vermutet Sonic bereits von Anfang an, dass mehr dahintersteckt als bloße Nächstenliebe. Und wie es sich schon sehr bald herausstellt, liegt er mit dieser Vermutung gar nicht mal so falsch.

Willkommen in Dr. Eggmans fantastischem, intergalaktischen Freizeitpark

So lautet die Überschrift auf den Werbeflyern des Parks. Und in der Tat deutet anfangs alles auf einen vergnüglichen Ausflug hin. Doch bereits bei der Erkundung der ersten Themenwelt, dem Tropical Resort, wird Sonic Zeuge einer hinterhältigen Entführungsaktion. Eggman’s Roboter jagen und verschleppen anscheinend wehrlose, kleine, schwebende Aliens. Fortan macht Ihr Euch auf die Suche nach Antworten und deckt Stück für Stück Eggmans (wie sollte es auch anders sein?) neuesten, teuflischen Plan auf.

So leckere Loopings gab es bisher noch nie.
So leckere Loopings gab es bisher noch nie.

Die Oberwelt (Hat hier jemand Super Mario Galaxy gesagt?)

Der Aufbau des Spiels mit seiner minimalistischen Oberweltkarte und den darauf freischaltbaren Action Stages wirkt dabei erstaunlich retro und erinnert durch sein Weltall-Setting sogar ein wenig an Super Mario Galaxy. Ihr haltet Euch jedoch nur so lange auf der Oberwelt auf, bis Ihr den nächsten Planeten und die nächste Action Stage ausgewählt habt. Denn das eigentliche Spielgeschehen findet dort, in den 38 Leveln (+ 7 Boss-Stages), statt. Neben Eggmans Station und den per Traktorstrahl daran angeschlossenen Planeten findet Ihr in der Oberwelt außerdem noch einen Kommunikationssatelliten (sprich: das Optionsmenü), Eggman’s Shuttle (für den Zugang zum Herausforderungsmodus) und den künstlichen Planeten Game Land, der Sonics Antlitz nachempfunden wurde und Standort von „Eggman’s Sonic-Simulator“ ist. Später jedoch mehr dazu.

Uuuuuuuuund… Action!

Gameplay-technisch hat SEGA in Sonic Colours viele Elemente bisheriger Sonic-Spiele kombiniert und daraus etwas Neues und dennoch Eigenständiges geschaffen. Das zugrunde liegende Haupt-Gameplay wurde den Tag-Levels aus Sonic Unleashed entnommen, welche ja als Highlight des 2008 erschienenen Spiels betrachtet werden. So saust Ihr nun erstmals in allen Levels die meiste Zeit in klassischer 2D-Ansicht von links nach rechts durch die Levels, während die Grafik in 3D vorbeiscrollt und Euer Abenteuer teilweise mit wahnwitzigen Kameraschwenks in Szene setzt. Ab und an ändert sich dann die Perspektive, und Ihr betrachtet den stacheligen Protagonisten für kurze Zeit wie in seinen ersten 3D-Ausflügen (z.B. in Sonic Adventure) von hinten und sprintet in die Tiefe des Bildes.

Trotz der geänderten Perspektive ändern sich die grundlegenden Aktionen des Helden nicht. Er springt nach wie vor per Zielsuch-Attacke auf Gegner, prescht durch Loopings, sammelt Ringe (noch immer Eure Lebensversicherung) und weicht Stachelfallen und anderen gefährlichen Hindernissen aus. Doch in der klassischen Verfolgerperspektive stehen Sonic nun an vorgegebenen Stellen weitere (ebenfalls aus Sonic Unleashed bekannte) Aktionsmöglichkeiten zur Verfügung. Durch zwei verschiedene eingeblendete Symbole wird der Spieler auf diese besonderen Stellen aufmerksam gemacht. Entweder bekommen wir also die Fähigkeit, auf einer Highspeed-Strecke in den Kurven zu driften, um dabei die Gegner gezielt mit Beinfegern auszuschalten, oder wir dürfen auf einer gerade Strecke auf Knopfdruck Seitwärtsschritte machen, um mit maximalem Speed an Hindernissen vorbeizusausen.

Ja, da ganz oben müsst ihr rauf!
Ja, da ganz oben müsst ihr rauf!

Rückkehr zu den Jump’n Run Wurzeln

Wer nun aber denkt, dass Sonic Colours einfach das ultraschnelle Sonic Unleashed-Gameplay 1:1 übernimmt, irrt sich gewaltig. Denn im Gegensatz zu den Sonic-Abschnitten in Unleashed setzt Sonic Colours nicht nur ausschließlich auf Hochgeschwindigkeitspassagen. Seit langer Zeit wird nun auch wieder Wert auf anspruchsvolle Hüpf-Abschnitte gesetzt, in denen Ihr gezielt von Plattform zu Plattform springen müsst, Schalter aktiviert und nur mit geschicktem Timing vorankommt. Ermöglicht wird dies vor allem durch die Konzentration auf die klassische, seitliche 2D-Perspektive. So steckt in diesem Jump’n Run wieder wesentlich mehr Jump und dafür etwas weniger Run als noch in Unleashed.

Die Macht der Farben

So weit, so gut. Doch SEGA wäre nicht SEGA, wenn sie ein Sonic-Spiel nicht mit neuen Features und die Protagonisten nicht mit neuen Fähigkeiten ausstatten würden. Dieses Mal lässt man jedoch alle Charaktere neben Sonic, Tails und Eggman komplett außen vor und beschränkt sich darauf, lediglich Sonic mit neuen Moves auszustatten. Um das Ganze mehr oder weniger plausibel erscheinen zu lassen, entschied das Sonic Team sich dafür, die eingangs erwähnten außerirdischen Lebensformen namens Wisps dem Sonic-Universum hinzuzufügen. Diese existieren in 10 verschiedenen Farben und Formen (einige davon jeweils exklusiv nur auf Wii oder DS) und verleihen Sonic bei Körperkontakt für einen kurzen Zeitraum neue Fähigkeiten. In der Wii-Version, um die es hier geht, lassen sich 8 verschiedene Wisps und ihre entsprechenden Farbenergien nutzen.

Sonics neue Farb-Fähigkeiten reichen dabei vom simplen Turbo bis hin zu kompletten Verwandlungen. Auf Knopfdruck (oder optional per Wiimote-Schüttler) verwandelt sich Sonic in eine orangefarbene Rakete und steigt somit in ungeahnte Höhen auf, wird zu einem blauen Laser und saust Stromleitungen und spezielle Kristalle entlang, wird zum grünen Luftikus, der umherschweben und Ringketten entlangsausen kann oder mutiert zu einem gelben Bohrer, um sich in klassischer 2D-Ansicht frei durch den Untergrund oder unter Wasser zu bewegen. Und dies sind nur einige Beispiele der neuen Möglichkeiten.

Karibik-Feeling pur, auch ohne Bacardi-Girls und Strand.
Karibik-Feeling pur, auch ohne Bacardi-Girls und Strand.

Die Macht des Teamworks

Abseits des Story-Modus hat es auch ein waschechter Koop-Modus auf den Silberling geschafft. Moment mal? Koop-Modus? In einem Sonic-Highspeed-Jump’n Run? Richtig gelesen! Der zu Beginn erwähnte Planet Game Land wurde von Eggman nämlich nur für einen einzigen Zweck erschaffen. Er ist der Sitz seines neuartigen Sonic-Simulators. Hinter diesem Begriff versteckt sich ein virtueller Spielhallenautomat (inkl. eines mit Artworks versehenen Gehäuses und zweier integrierter Arcade-Sticks). Der Automat dient allerdings nur als stylisches Grafik-Interface während der Charakter- und Levelauswahl. Sobald man ein Spiel startet, wird das Geschehen im Volbild dargestellt. Insgesamt 21 zusätzliche Levels gilt es hier zu meistern, doch nicht alle sind von Anfang an verfügbar. Um weitere Levels freizuschalten, sollte der Spieler im Haupt-Abenteuer gut die Augen offen halten. Denn in jedem Level gibt es insgesamt 5 rote Spezialringe zu finden, die manchmal völlig offensichtlich mitten auf dem Weg liegen, meist jedoch ziemlich gut versteckt sind. Je mehr man davon sein Eigen nennt, desto mehr Level und Optionen (z.B. die Verwendung des eigenen Miis als Spielcharakter) stehen in Eggman’s Sonic Simulator zur Verfügung.

Die Level des Simulators bieten eigentlich die gleiche Kost wie die Level des Hauptspiels. Allerdings sind sie etwas kniffliger und spielen komplett in einer virtuellen Umgebung, die nur aus einfarbigen Levelbausteinen ohne irgendwelchen Grafik-Schnickschnack besteht. Dies verleiht dem Koop-Modus einen eigenständigen, futuristischen Look. Die größte Änderung im Vergleich zum Solo-Abenteuer ist die Möglichkeit, die Wisp-Fähigkeiten zu kombinieren, um noch stärkere oder völlig neue Attacken zu erschaffen. Hier lädt das Spiel zum ausgiebigen Experimentieren ein. Wer jedoch gerade keinen Freund zur Hand hat, kann den Simulator natürlich auch allein spielen, muss dann aber auf besagte Kombo-Fähigkeiten verzichten. Übrigens: Wer es schafft, alle roten Spezialringe zu finden und alle Simulator-Level zu meistern, den erwartet im Optionsmenü eine kleine Überraschung. Sonic-Experten können sich wahrscheinlich schon denken, wen oder was man dann freischaltet.

Unter Wasser lauern große Gefahren, vorbei ist's mit dem Urlaubsgefühl.
Unter Wasser lauern große Gefahren, vorbei ist's mit dem Urlaubsgefühl.

Was wir mochten:

Humorvolle Story – Egal ob Ingame- oder Rendersequenzen, der Titel sprüht nur so vor Humor und Selbstironie. Teilweise wird diese so dermaßen auf die Spitze getrieben, dass man nur noch schmunzelnd vor dem TV sitzt und sich den einen oder anderen lauten Lacher nicht verkneifen kann. Was die Dialoge der Mario Rollenspiele für den italienischen Klempner sind, sind für Sonic die Dialoge in Sonic Colours. In der Vergangenheit hat SEGA oft versucht, ernste Themen wie Tails‘ mangelndes Selbstwertgefühl, Shadows Identitätskrise sowie Liebe, Tod und Verlust in der Serie unterzubringen. Meist endete das unfreiwillig komisch oder gar absolut kitschig. Sonic Colours kehrt erzähltechnisch zu den Ursprüngen der Serie zurück und würzt sie mit einer ordentlichen Portion Humor. So muss eine Sonic-Story erzählt werden!

Spaßiges und vor allem funktionierendes (!) Gameplay – Endlich haben die Mannen und Frauen vom Sonic Team den Spagat zwischen traditionellem 2D-Gameplay und moderner 3D-Darstellung geschafft. Bot Sonic Unleashed mit seinen Tag-Levels bereits einen Vorgeschmack auf das, was man aus dem klassischen Sonic-Gameplay heutzutage noch herausholen kann, liefert Sonic Colours nun den endgültigen Beweis: Auch in 3D funktioniert die alte Highspeed-Jump’n Run Formel. Seit den 16-Bit-Episoden gab es kein so spaßiges, flüssiges und fehlerloses Sonic mehr auf stationären Konsolen. Keine unfairen Stellen, keine Steuerungsmacken, keine Kameraprobleme. Nur purer Jump’n Run Spielspaß. Selbst die bisherige 3D-Sonic-Referenz Sonic Adventure muss hier kapitulieren.

Brillante Technik – Grafisch reiht sich Sonic Colours definitiv ganz weit oben in die Riege der Wii-Grafik-Perlen mit ein. Was hier an Texturqualität und -quantität sowie Spezialeffekten auf den Spieler losgelassen wird, ist rekordverdächtig. Zumal die Framerate stets flüssig bleibt und die Weitsicht teilweise enorm ist. Ebenfalls bemerkenswert: Als einer der wenigen Third-Party-Titel bietet Sonic Colours volle 16:9 Unterstützung ohne Balken an den seitlichen Bildschirmrändern.

Stimmiger Sound(track) – Auch soundtechnisch gibt sich der Titel keine Blöße und trumpft mit einem passenden Mitsumm-Soundtrack und zwei Songs der Gruppe Cash Cash auf. Und die Japan-Fans unter Euch dürfen ebenfalls jubeln: Die Sprachausgabe lässt sich wahlweise von englisch auf das japanische Original umstellen.

Liebe für’s Detail – Je länger man spielt, desto mehr liebevolle Details und Kleinigkeiten fallen einem auf. So z.B. die Ausrüstung von Eggmans Robotern. Im Zentrum des Parks haben sie dem Spieler lediglich Trompeten entgegenzusetzen, mit denen sie eigentlich die Besucher erfreuen sollen. Auf dem Heimatplaneten der Wisps, der anscheinend gerade eine eggman’sche Terraforming-Kur erfährt, erwischt man sie dagegen mit Bauarbeiterhelmen und Spitzhacken. Und wer im Ergebnisbildschirm am Ende eines Levels den Controlstick berührt, erlebt eine Überraschung: Während die Punkte zusammengezählt werden und das Ranking bestimmt wird, darf Sonic umherhüpfen, um aus den Zahlen und Buchstaben noch ein paar zusätzliche Ringe und sogar Extraleben rauszukitzeln, indem er dagegen springt. Zahllose solcher Details warten auf ihre Entdeckung.

Volles Controller-Spektrum – Egal ob Ihr die Wiimote/Nunchuk-Kombo, den Classic Controller, das Nintendo Gamecube Pad oder doch die quer gehaltene Wiimote bevorzugt, Sonic Colours lässt Euch die Wahl. Von Mikrofonen, Angeln oder Tanzmatten sollte man jedoch Abstand nehmen.

Zu zweit auf der Piste, dieses Mal ohne Split-Screen und ohne Ruckler.
Zu zweit auf der Piste, dieses Mal ohne Split-Screen und ohne Ruckler.

Nicht gefallen hat uns:

Lags bei Verwendung des Classic Controllers – Spielt Ihr mit dem Classic Controller, kann es unter Umständen zu kleineren Lags, also Verzögerungen, zwischen dem Betätigen einer Taste und der Aktion auf dem TV-Bildschirm kommen. Diese Verzögerungen sind fast unmerklich kurz, könnten sich aber bei Highscore-Jagden auf der Suche nach der besten Zeit in einem Level als nerviges Übel herausstellen. In diesem Fall sollte man auf eine der anderen Steuermethoden ausweichen.

Keine deutsche Sprachausgabe – Bedenkt man, dass SEGA mit ihrer Sonic-Reihe nicht nur alteingesessene Fans und Retro-Freaks, sondern auch neue Kunden und vor allem Kinder (!) ansprechen möchten, ist das Fehlen einer deutschen Synchronisation und die Beschränkung auf deutsche Untertitel fast schon ein Epic Fail. Zwar bot noch kein Sonic-Titel jemals eine deutsche Sprachausgabe, doch das ist keine Entschuldigung. Also SEGA, falls Ihr das lest: Nächstes mal bitte eine deutsche Synchro. Auch wenn dann sicherlich wieder viele über die Wahl der Sprecher meckern werden (ich hab die ganzen Bash-Postings im Internet jetzt schon vor Augen), die deutschen Kinder werden es Euch auf jeden Fall danken! Und die notorischen Nörgler schalten bei Nichtgefallen einfach wieder auf die englische Synchro um.

Nicht für Xbox 360 und PS3 erhältlich – Zugegeben, dieser Negativpunkt betrifft nicht das Spiel als solches, doch in der kurzen Zeit seit dem Release habe ich schon mehrfach vernommen, dass Leute das Spiel auch gerne auf einer der Next-Gen Konsolen gesehen bzw. gespielt hätten. Zumal das letzte große Sonic (also Sonic Unleashed) noch für alle stationären Plattformen erschien. Aber man soll die Hoffnung ja bekanntlich niemals aufgeben. Vielleicht erscheint (im Falle eines kommerziellen Erfolgs) ja in Zukunft noch eine Umsetzung. Und falls nicht darf man zumindest beim obligatorischen Nachfolger auf einen Multiplattform-Release hoffen.

Dennis' Meinung:
Dass ich das noch erleben darf! Nein, im Ernst! So abgedroschen das auch klingt! Denn innerlich hatte ich mich schon damit abgefunden, dass Sonic nie wieder an seinen Ruhm der alten Mega Drive und Mega CD Tage anknüpfen wird. Wer den Sonic Zyklus kennt, weiß, was ich damit meine. Doch SEGA hat meine Zweifel vaporisiert und serviert uns hier das mit Abstand beste Konsolen-Sonic seit 16 Jahren! Wenn man sich das Spiel genauer ansieht, erkennt man sogar die vielen positiven Einzel-Elemente, die aus den vergangenen Spielen (oder nennen wir sie lieber Experimente) stammen. Sonic Adventure ist ebenso wiederzufinden wie Sonic Rivals, Sonic Rush, Sonic und die Geheimen Ringe und Sonic Unleashed.

Da bekommt man fast schon den Eindruck, dass Sonic diese teilweise grotesken Entwicklungen durchmachen MUSSTE, um nun da zu stehen, wo er steht: mitten in einem grandiosen Spielspaß-Comeback! Ob das nun der Beginn eines Trends oder lediglich ein kleines Aufbäumen darstellt, kann nur die Zeit zeigen. Mein persönliches Fazit nach 17 Stunden Spielzeit lautet jedoch: Sonic Colours bietet die Essenz all dessen, was Sonic jeher ausmachte. Das Spiel ist die Summe all seiner Errungenschaften. Mehr kann und wird man aus Sonic in absehbarer Zeit nicht mehr herausholen können. Wer mit Sonic Colours immer noch nicht warm wird, kann entweder grundsätzlich nichts (mehr) mit Sonics Gameplay anfangen oder hat einfach noch zu viele durch Nostalgie geschönte Erinnerungen an die „gute, alte Zeit“, die verhindern, dass er bzw. sie sich auf diese Mischung aus etablierten Konventionen und gelungenen Innovationen einlässt.

So oder so wird er oder sie mit aller Wahrscheinlichkeit wohl nie mehr wirklich glücklich mit Sonic. Denn wenn Sonic Colours dies nicht schafft, welches Sonic-Spiel soll es dann noch schaffen? Mir, der seit 1991 wirklich keinen Sonic-Titel versäumt und alle Hochs und Tiefs mitbekommen hat, bleibt nur noch eines zu sagen: Danke, SEGA!

  • gamgeaKlaus

    Skandal! Sonic darf einfach nicht mehr gut sein. Das würde ein ganzes Weltbild auseinanderreißen. *seufz*

    • Ach Klaus, übertreib doch nicht immer so maßlos ;) Freu dich stattdessen doch lieber darüber, dass es endlich mal geklappt hat!

      • gamgeaKlaus

        Von wegen übertreiben. Das ist ja so, als ob das christentum sich einen neuen teufel suchen müsste, nur weil dieser auf die idee kam, plötzlich zum barmherzigen samariter zu werden. wir brauchen einen neuen sandsack: mario vielleicht.

      • Ich wäre für Call of Duty.

      • gamgeaKlaus

        gute idee. aber der autor des artikels hätte es mal verdient ob seines reviews gelobt zu werden. darf man ja auch nicht vergessen!

  • Ja, der Autor muss auf jeden Fall gelobt werden. Wahrscheinlich das weltbeste Sonic Colours-Review (unabhängig davon, ob man gleicher Meinung ist)!

  • Dann hat mich der Ersteindruck des Spiels nicht getäuscht im ggz. zu einem gewissen first party Wii Spiel. ;-)
    Jedenfalls scheint irgendjemand bei Sega die Wii zu bevorzugen. Wenn man es etwas näher betrachtet, hat Nintendo immer die besseren Sonic Spiele bekommen: Sonic Adventure 2 kam nur für den Gamecube nach dem Tod der Dreamcast, Sonic CD gibt es im Westen auch nur auf dem Gamecube und Wii bekam neben den zwei relativ guten exklusiven Spielen sogar eine bessere Version von Unleashed (auch wenn das nicht viel sagt). Verschwörung?

    • DinoHeli

      Ja, Nintendo-Konsolen und -Handhelds sind wirklich Sonics neue Wahlheimat geworden, das predige ich schon länger. :)

      Was mich jedoch interessieren würde: Von welchem First Party Wii Spiel reden wir hier?

      • Der Titel des fraglichen Spiels fängt mit M an und endet mit M ;-)

      • DinoHeli

        Ahhh, Metroid: Other M, nehme ich an.

        Dann bleibt nur noch zu klären, ob Du nun anfangs begeistert und im Nachhinein dann enttäuscht warst, oder ob es andersherum war. ;)

      • DinoHeli

        Ich fand's ganz gut. Nicht so gut wie die Prime-Trilogie oder die 2D-Episoden, aber durchaus spaßig. Ich hab's allerdings auch nur ein einziges Mal durchgespielt. Da allerdings auf 100%.
        War ja auch nicht wirklich schwer, sobald man einmal den "Trick" mit dem Dauerausweichen raus hatte.

  • DinoHeli

    Danke, Leute! Aber lieber nicht zuviel des Lobes, sonst keimt mein jahrelang unterdrückter Größenwahn wieder auf und ich beende alle meine zukünftigen Reviews nur noch mit "muahahahahahaha". Was das neue Feindbild angeht, wäre ich für die Final Fantasy Reihe. Die soll ja angeblich auch seit Jahren auf dem absteigenden Ast sein, habe ich mir sagen lassen. ;)

    • Malkavianer

      Nein, nicht FF! Die haben gute Ableger, Chocobo für die WII ist sehr unterhaltsam *freu*

      Ich wäre auch für Call of Duty. Ein Kollege hat bisher jeden Teil gekaut und sagte mir die Tage, dass Black Ops der letzte Teil war, so schwer war er enttäuscht. Und es ist von Activision. Also los. Alle auf CoD!
      PS: Oder Blizzard mit DiabloIII und StarcraftII? Kein LAN-Modus mehr – Mega-Epic Fall!

      PPS: meine Frau wird sich als ewiglanger Sonicfan (Hab imemr noch eine Sage und gebe die niew ieder her!) wird sich riesig über das Spielchen freuen, danke für die Kaufentscheidung! :-)

      • Malkavianer

        Rechtschreibfehler diesen der allgemeinen Belustigung und dürfen vom Finder übrigens behalten werden!

      • Die will doch keiner haben…

      • Gerhard

        Auf eBay dürfte sich sogar dafür jemand finden… :)

      • Ich wäre für Star Wars Spiele!

      • Gerhard

        Ja – die sind auch nicht mehr das, was sie einmal waren…

    • eichohrkatze

      Definitiv die Final Fantasy Reihe!! Ab Teil Zehn ist die Reihe meiner Meinung nach, mit einziger Ausnahme eines zwar zu kurzen aber guten FF12, einfach nur noch ein Grafikbenchmark ohne künstlerischen Anspruch! DER Moloch hat Final Fantasy vollends erreicht!

  • eichohrkatze

    colours klingt wie – collect yours! sympatisches review dennis *grins*

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