One Chance: Bewegende Szenen
One Chance: Bewegende Szenen

Keine Angst. Wir machen keine Epochen umfassende Zeitreise ins Unbekannte. Wir blicken nur kurz auf das letzte Jahr zurück, in dem sich für die Indie-Branche wieder einmal viel getan hat. Neben bekannten Größen wie Minecraft oder Amnesia: The Dark Descent gab es auch “kleinere” Produktionen von experimentelleren Ausmaßen, die durch ihre Ideen brillieren und ordentlich mit Überraschungseffekten gespickt sind. Gamasutra/Indiegames.com veröffentlichte in den vergangenen Tagen eine Liste der besten “Experimental Games of 2010″. Diese oft wegen ihrer inhaltlichen Kürze schnell verdaulichen Happen hinterlassen einen tollen Eindruck, weswegen ich drei davon kurz und knapp näher vorstellen möchte.

Play Pen: Bekannte Idee, toll umgesetzt
Play Pen: Bekannte Idee, toll umgesetzt

PlayPen

PlayPen verfolgt eine bekannte Idee und setzt sie in pixelübersäter Visualisierung um. Ihr seht ein Bild, in dem sich durch Klicks Aktionen hervorrufen lassen. Das Interessante daran ist, dass es die Spieler sind welche die nächsten Bilder und die damit zusammenhängenden Handlungsstränge eigenhändig in Eigenkreation kreieren. Irgend wann kommt ihr an einen Punkt, wo das nächste Bild fehlt und ihr es selber einfügen und damit die Handlung in andere inhaltliche Bahnen lenken könnt. Probiert es aus. Manche Spieler haben sich mehr Mühe bei ihrer Kreation gegeben, manche weniger. Trotzdem ergibt sich die Illusion einer kohärenten, zusammengehörigen Geschichte – mal ernster, mal weniger ernst. Noch ist nicht auf jedem dritten Bild ein aufrecht stehender Penis zu sehen, das liegt hoffentlich wohl nicht nur daran, dass der Autor dieser toll umgesetzten Idee vielleicht eine überwachende Kontrollfunktion ausübt. Jedenfalls funktioniert es besser als damals im Kindergarten oder in der Schule, als wir dieses Spiel auf Blättern mit Mitschülern gespielt haben. Es braucht eben keine ausgedachte, im Voraus strukturierte Geschichte, um diese als funktionierend einzuschätzen. Meistens zumindest.

pOnd: Nichts ist so wie es scheint
pOnd: Nichts ist so wie es scheint

pOnd

pOnd ist nicht das, was es auf den ersten Blick zu sein scheint. Unter dem geschickten Deckmantel eines meditativen Zen-Erlebnisses versteckt sich eine unerwartete, abrupte Überraschung in Form eines unterhaltsamen Bruches. Mehr will ich diesbezüglich wirklich nicht verraten, um euch den Spaß nicht zu nehmen. Jedenfalls lauft ihr durch herrlich kunstvoll designte Naturlandschaften und das Einzige was ihr machen müsst, ist die Natur in all ihrer Schönheit einzuatmen. Dazu bedarf es lediglich eines Drückens und Loslassens der Leertaste, um mit Erholung spendenden Atemübungen die in ihrer natürlichen Romantik begeisternde Natur zu inhalieren. Doch das ist nicht alles…



One Chance

Bei One Chance handelt es sich mit Abstand um die ernsthafteste Produktion eines talentierten Indie-Schmiedes. Das als simple Adventure mit wenigen Interaktionsmöglichkeiten realisierte Spiel erzählt eine deprimierende Geschichte: Ein junger Wissenschaftler verhilft einem Team zur Entdeckung eines Krebsheilmittels. An einem Tag gefeiert und als Held gepriesen, am nächsten Tag ruiniert, und mit ihm die ganze übrige Welt. Denn das Mittel entpuppt sich als Zellen eliminierendes Gift, das innerhalb einer Woche die ganze Erde auszurotten vermag. Letztlich bleiben euch sieben Tage um diesem apokalyptischen Schicksal zu entrinnen und ein Gegenmittel zu finden. Das erweist sich aber als schwerer als ihr vielleicht denkt. Denn die Zeit verinnt unerbittlich ohne Gnade. Jede von euch getroffene Entscheidung verschlingt dieses kostbare Kapital und ich habe es beim ersten Versuch nicht geschafft, das Unheil abzuwenden.

Die Stimmung des Spiels ist, angeschmiegt an die Thematik, in bleiernster Tonlage gehalten. Das kommt überzeugend, nachdenklich machend rüber. Atmosphärisch toll. Und spielerisch mit minimalistischen Mitteln überzeugend. Eines der besten Indie-Games des letzten Jahres (neben But That was Yesterday jedenfalls das Indie-Game, das die eigene Gefühlswelt derart aufwühlt). Und schockierende Bilder dürfen auch nicht fehlen. Ihr habt die Wahl: Wollt ihr die letzten Tage eures Lebens in einem sterilen, keimfreien Labor verbringen, um die marginale Chance zu haben, ein Gegenmittel zu finden? Oder nehmt ihr lieber eure euch anflehende Tochter in die Hand, um ihr im Park die letzten Stunden ihres Lebens zu verschönern? Sehr eindringliche Fragen.

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Stefan Januar 7, 2011 um 14:18

MINECRAFT HURRA!

In meiner Funktion als unauffälliger Druckmacher der mincraftschen Vertriebsabteilung möchte ich anmerken, dass das Wort Minecraft in deinem Artikel erstaunlich selten vorkommt, nämlich nur ein EINZIGES mal. *böserBlick*. Als frisch geworbener Jünger weißt du es natürlich noch nicht besser (: . Wobei es mich schon verwundert, wo du neben der ganzen Minecraft-Spielerei noch Zeit für andere Indie-Spiele nimmst. Spielst du am Ende gar nicht mehr?! Oder willst du dich nur vergewissern, wie wenig gut andere Spiele im Vergleich zum von dir zu vergötternden Minecraft sind? :D

Jedenfalls klingen alle drei Spiele interessant, aber die von dir aufgetriebenen Indiespiele sind eigentlich immer sehr interessant. Werde sie beizeite einmal ausprobieren, bin derzeit aber mit Fragile und MINECRAFT beschäftigt.

MINECRAFT HURRA!

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gamgeaKlaus Januar 7, 2011 um 20:39

MINECRAFT HURRA!

Was habe ich mir mit der Zustimmung zu dieser Sekte hier nur eingebrockt? Wo bleibt mein eigener Wille? Ist ja schlimmer als Scientology. Das hat mir aber bei den Nutzungsbedingungen keiner mitgeteilt, dass hier ein so strenges Regiment geführt wird. ;) Du siehst, so weit ist die Gehirnwäsche nicht gediehen!

In letzter Zeit habe ich Minecraft ehrlich gesagt weniger gespielt – dafür viele Videos zum Thema angeschaut, falls das als Entschuldigung durchgeht. Auf meinem MacBook läuft das Spiel erstaunlich schlecht – jedenfalls wenn ich mich an der Oberfläche im Spiel befinde. Aber keine Angst, ich finde Minecraft immer noch genauso grandios wie zu Beginn…schließlich will ich kein renitenter Jüngling sein.

Lass Minecraft ja nicht dein Spielverhalten monopolisieren. "One Chance", das im Artikel erwähnt ist, sollte mal ausprobiert werden. Es lohnt sich! Danach dürfen wir auch wieder fleißig nach Rohstoffen suchen und Blöcke aushauen. Was lese ich da, du spielst Fragile? Und mir Vorwürfe machen! :)

MINECRAFT HURRA!

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gamgeaKlaus Januar 10, 2011 um 23:58

MINECRAFT HURRA!

Dachte ich hätte auf deinen lustigen Post schon angeantwortet. Aber jetzt erinnere ich mich wieder, dass das Abschicken nicht funktionierte!

Um nicht als renitenter Jünger durchzugehen, entschuldige ich mich natürlich ergebenst für die unziemliche Behandlung von Minecraft. Um mich als ehrlich zu erweisen, muss ich zugeben, dass meine Minecraft-Ration sich nicht auf die vorgeschriebenen 6-Stunden täglich beliefen. Mangelerscheinungen haben sich bisher unzureichend eingestellt. Meine Loyalität soll das aber nicht in Abrede stellen. Die ist nach wie vor vorhanden. Ich werde Besserung geloben!

Probier unbedingt "One Chance" aus. Das Minecraft im Adventure-Genre!

MINECRAFT HURRA!

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Stefan Januar 11, 2011 um 16:44

MINECRAFT HURRA!

"One Chance" klingt in der Tat interessant. Komme derzeit auch weniger zum Minecraftspielen, bzw. weigere mich (siehe http://www.gamgea.com/2011/01/11/hack-kinect-bild... ).

Als Ausgleich dafür, dass ich deine Seele an den Teufel verkauft habe, dachte ich mir, dass ich mir jetzt dann Fragile ansehen sollte. Bis jetzt (bin bei so 2/3 des Spiels) muss ich sagen: Tolle Atmosphäre, aber wenn man das Gameplay alleine betrachtet, nervig. Werde es trotzdem zu Ende spielen.
Ich will aber darauf hinweisen, dass ich es HASSE, wenn Waffen in einem Spiel zerbrechen. Mir ist klar, dass das in Minecraft auch so ist, aber da kann ich mir auch schnell welche machen und es ist stimmig mit der Spielwelt.

MINECRAFT HURRA!

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