Mrz 012011
 
Kein Placebo.
Kein Placebo.

Liebe Politiker in Bayern und sonstwo, lest jetzt genau mit! Im Rahmen der gerade stattfindenden Game Developers Conference in San Francisco hat Jane Gackenbach von der Grant MacEwan Universität vorgeschlagen, Soldaten sogenannte „Killerspiele“ auf Krankenschein zu verordnen. Sie hat nämlich in einer psychologischen Studie herausgefunden, dass Soldaten nach Kampfeinsätzen deutlich weniger an posttraumatischen Störungen leiden, wenn diese häufig Ego-Shooter, Rollenspiele und komplexe Strategiespiele spielen. Soldaten, die nur gelegentlich spielen und friedvollere Genres bevorzugen, geht es diesbezüglich nicht so gut.

Insgesamt wurden 377 US-Soldaten befragt. Man folgert daraus, dass die gewalttätigen Inhalte der Spieler den Soldaten helfen, reale Einsätze besser zu verarbeiten. Besonders interessant finde ich folgenden Absatz zur Meldung bei Heise:

„Während Gelegenheitsspieler Kampfeinsätze in ihren Träumen häufig als passive Beobachter durchleben oder ihren Feinden machtlos ausgeliefert sind, ergreifen Vielspieler in ihren Träumen in Kampfhandlungen eine aktive Rolle und wehren sich erfolgreich gegen ihre Feinde. So erleben Vielspieler solche Träume gar nicht erst als Albträume. Ebenso realisieren während des Traums, dass sie träumen und können in brenzligen Situationen häufiger bewusst aufwachen.“

Weiteres interessantes Detail der Studie: Kein Soldat hatte nach dem Konsum eines Videospiels Albträume. Gewalttätige Fernsehsendungen und Filme lösten jedoch des öfteren Albträume aus. Ist das nicht schlimm? Wenn ich daran denke, was sich bei uns im TV und im Kino abspielt, und wie viele Kinder und Jugendliche täglich vor der Glotze sitzen…

Besser schießen lernt übrigens kein Soldat durch das Spielen von Ego-Shootern. Es ist jedoch erwiesen, dass sich die Wahrnehmung verbessert und Soldaten so Gefahrensituationen schneller erkennen. Noch etwas sei erwähnt: Ego-Shooter helfen zwar also scheinbar, schreckliche Kriegsereignisse zu verarbeiten – harmloser wird Krieg dadurch aber auf keinen Fall.

(via heise)