Apr 012011
 
David Cages Lieblingsbuch.
David Cages Lieblingsbuch.
Heavy Rain von David Cage ist zweifelsohne ein einzigartiges und gutes Werk. Zumindest was die Mimik der Charaktere anbelangt, dürfte L.A. Noir dank MotionScan niemand aktuell das Wasser reichen. David Cage ist davon allerdings wenig beeindruckt:

„What to say about L.A. Noire? I think it’s an interesting solution to a problem for now. But it’s also an interesting dead end. That’s exactly what I feel. Their technique is incredibly expensive and they will never be able to shoot body and face at the same time.“

Er meint also, das MotionScan letztlich eine Sackgasse darstellt, da das Verfahren zu teuer ist und man neben der Mimik zusätzlich noch den gesamten Körper per Motion Scan erfassen müsse. Quantic Dream sei da schon einen Schritt weiter. Mit dem sogenannten „Performance Capture“-Verfahren werden Mimik und die Bewegungen des Körpers gemeinsam in einem Schritt aufgezeichnet. Dadurch würden weitere Probleme von MotionScan vermieden.

Insgesamt wird Performance Capture ein natürlicheres und letztlich besseres Ergebnis liefern, als dies mit MotionScan je möglich wäre. Angefangen von der Beleuchtung bis hin zur Blickrichtung der einzelnen Protagonisten – überall ergeben sich mit MotionScan mehr oder unlösbare Probleme, die es bei Performance Capture eben nicht gäbe.

„It’s a list of important problems that cannot be solved with their technology. I think L.A Noire looks good – honestly, it does – but I don’t think they’ll go much further than where they are. With the technology we use, we can improve; there is a lot of room for improvement and we hope to show very soon where we are now. We’ve made significant progress since Heavy Rain and will continue to make progress until we reach the stage of Avatar. That is probably three, four five years from now.“

fürt David Cage weiter aus.

L.A. Noir sieht zwar seiner Meinung nach sehr gut aus, viel mehr könne man aber nicht mehr aus der Technologie herausholen. David Cage hofft, schon bald die Fortschritte seit Heavy Rain präsentieren zu können. Performance Capture lasse viel Raum für Verbesserungen – in drei bis fünf Jahren habe man das Level von Avatar erreicht.

Die Frage, ob er damit auch die photorealistische Darstellung von Avatar meint, beantwortete David Cage mit ja. Er denkt, dass Echtzeitgrafik vorgerendertem Material in etwa 5 Jahre hinterher hinkt. Von dem her sollte photorealistische Echtzeitgrafik in fünf bis sechs Jahren möglich sein. Dann vielleicht aber schon auf einer neuen Gaming-Plattform.

Was soll man von David Cages Aussagen halten? Einerseits sind seine Einwände bezüglich MotionScan berechtigt. Ob wir in fünf Jahren jedoch schon photorealistische Echtzeitgrafik haben werden? Ich bezweifle das noch sehr. Sicherlich, vielleicht in einer „theoretischen Umgebung“ unter besten Bedingungen. Die dafür notwendigen Entwicklungskosten will ich mir aber gar nicht erst ausmalen. Irgendwann – vielleicht in 10 Jahren – werden wir photorealistische Spielegrafiken haben. In nur fünf bis sechs Jahren dieses Ziel erreichen zu können inklusive täuschend echten Bewegungen und täuschend echter Mimik? Schwer vorzustellen – Stichwort Uncanny Valley.

Eines ist jedenfalls fix: David Cage hat große Ambitionen und große Ziele. Hoffen wir, dass seine Visionen schnell wahr werden.

(via CVG, Bild und Buch bei Amazon)