
Ich bin ein Freund von sinnfreiem, anarchistischem Humor, der jedwede Eitelkeit annulliert und sich in seiner eigenen Lächerlichkeit sonnt. Dazu bedarf es einer strikten, hoch gefahrenen Selbstironie. Sich selbst nicht ernst nehmen. Sich einen Dreck um die Meinung anderer scheren. Sich der Lächerlichkeit preisgeben und dann am lautesten lachen. Das sind meine Grundstäze, denen ich gerne nachzugehen pflege – es meist aus Mangel an Humorfähigkeit und Intelligenz aber nicht schaffe. Deshalb gefällt mir Keith Apicary so dermaßen gut. Erst gestern bin ich gleich nach dem späten Aufstehen zufällig auf ihn gestoßen. Die Comedy-Serien auf Gametrailers sind bisher nicht so auf meinem Radar gewesen. Aber der Typ ist großartig.
Er ist wie das Kind bei ‚Des Kaisers neue Kleider’, das die verlogene Ernsthaftigkiet und Eitelkeit der Menschen entlarvt. „Und die Kammerherren gingen und trugen die Schleppe, die gar nicht da war“, heißt es am Ende des Märchens. Der vor Kontroversen und strittigen Thesen nicht zurückschreckende, sich immer wieder in ansteckende Begeisterung redende Philosoph Slavoj Žižek sagte mal, ungefähr sinngemäß, dass wir im Grunde uns wie Verrückte aufführen sollten. Der eine soll sich als Huhn aufführen, der eine sich in einen Stein verwandeln, der andere mit einer Unterhose bekleidet in Regenpfützen treten. Wir alle hätten großen Spaß daran. Und würden uns wahrscheinlich pudelwohl fühlen in diesem karnevalesken, bunten Umzug – jeden Sinn widerstrebend. Jedenfalls ist das ja auch der Sinn von Karneval/Fasching/Fastnacht. Aber es ist viel zu kontrolliert, zu sehr angebändelt an einen genauen Zeitpunkt.
Natürlich hat sich das sicherlich schon in Kunst-Performances oder Happenings zugetragen. Aber es wird immer als Persiflage des Alltags verstanden. Als Perversion unseres gesellschaftlichen Lebens. Nicht als immer wieder möglicher (latenter) Dauerzustand. Ich habe schon oft Lust gehabt, einfach in den dümmsten Situationen einfach loszugackern. Es wäre wahrscheinlich eine Art Karthasis. Sofort fühlt man sich wieder wohler in der Haut und merkt, dass Regeln längst doch nicht so einschränkend sind wie man denkt. Wenn wir uns über andere Menschen lustig machen, die sich in aller Öffentlichkeit lächerlich machen, weil sie sich ausleben, dann mischt sich, jedenfalls bei mir, immer Anerkennung mit hinein.
Ich weiß selbst nicht, warum ich das als Reaktion auf Apicary alles schreibe. Jedenfalls bringt er für mich solche Gedanken auf den Plan. Schaut euch mal eine Episode von ihm an. Ich finde es großartig.
PS: Eigentlich hätte ich Lust auf einen Flashmob, der eine wahnwitzige Parade abstrusen Charakters inszeniert. Jeder darf das sein was er sein möchte. Egal ob ein Stein, eine Vase oder eine Flasche Bier samt Inhalt. Natürlich sind Metamorphosen erwünscht. Nur exhibistionistisch dürft ihr nicht sein. Ansonsten ist alles erlaubt. Verabreden wir in den Kommentaren einen Termin!
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I've no signal when I'm in this cave… :D Stranger Typ – danke! :)
gern geschehen gerhard! für dich immer wieder gern! :)
der ist super! nathan j. barnatt´s kram verfolge ich jetzt schon seit gut einem jahr und er bringt immer wieder neue groteske charaktere und konzepte hervor! :-)
…habe mir vor drei tagen auch die dvd von ihm geordert und bin schon sehr gespannt!