Apr 302011
 

Adventures und Rollenspiele gibt es ja bereits wie Sand am Meer. Wirklich neue Akzente werden dabei immer seltener gesetzt. Vielleicht wollen wir Konsumenten aber auch garnichts Neues, sondern zocken gerne Titel, die uns an ihre Vorgänger oder Konkurenten erinnern!? Das muss wahrscheinlich jeder Spieler für sich selbst entscheiden, wer nichts komplett Neues erwartet kann hier aber getrost weiter lesen!

Lange mussten Fans des epischen ersten Teils von Two Worlds auf einen Nachfolger warten. Damals waren Spieler auf Konsole und PC hin- und her gerissen, ob der dichten Atmosphäre auf der einen und den eklatanten technischen Mängeln auf der anderen Seite. Ich selber habe den ersten Ausflug nach Antaloor damals geliebt und Two Worlds sogar Oblivion vorgezogen. Entsprechend hoch waren auch meine Erwartungen an den zweiten Teil. Ob sich diese Erwartungen tatsächlich erfüllt haben und die Fehler des ersten Teils behoben wurden, lest Ihr am besten selber im kompletten Review!

Unser Fazit: Freunde zünftiger Adventurekost mit Freude am fleißigen Aufleveln und dem Horten von Gegenständen werden frohlocken. Two Worlds 2 macht sehr vieles richtig, bietet eine riesige Spielwelt und eine schier endlose Waffenvielfalt. Wo die Sonne scheint, fällt in der Regel aber auch Schatten auf´s Zockerhaupt und so fühlt sich das Spiel oftmals einfach unfertig an. Grafikfehler, endlegende Gegenden, die wie ausgestorben sind und Bugs im Missionsdesign vermiesen immer wieder den Spaß am Spiel. Weltenbummler sehen darüber jedoch hinweg und verbringen gut dreißig Stunden in der reichhaltigen Welt Antaloors!

8/10 – Toll (8er sind eindrucksvoll geraten, haben aber ein paar erkennbare Probleme. Werden nicht jeden in erstaunen versetzen, aber sind ihr Geld absolut wert.)

Wir bedanken uns bei TopWare Interactive für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsmusters.

Two Worlds 2 (Xbox 360 [getestet], Pc, PS3)
Entwickler: Reality Pump
Publisher: TopWare Interactive

Der Wahnsinn nimmt seinen Lauf

Gandohar schmiedet böse Pläne. Er hat eure Schwester Kyra gefangen genommen und möchte sich eigentlich auch eurer bemächtigen. Eine Bande freundlich gesinnter Orks kann zumindest euch befreien und nimmt euch mit auf Ihre beschauliche Insel. Eure Aufgabe ist es nun natürlich, die Welt vom bösen Gandohar zu erlösen und das Schwesterherz seinen Fängen zu entreißen.

Nachdem Ihr die Hauptaufgabe verinnerlicht habt, stellen sich genretypisch natürlich immer weitere Hindernisse in euren Weg und aus den Aufgaben der Hauptquest ergeben sich stets neue Nebenaufgaben. Diese sind zwar nicht storyrelevant aber meist recht lukrativ. Konzentriert Ihr euch nur auf eure Kernaufgabe, dürfte das Spiel in gut fünfzehn Stunden zu schaffen sein, da aber gerade bei den stärkeren Gegnern gut aufgelevelt weniger Probleme auftreten, dürft Ihr mit fast dreißig Stunden Gesamtspielzeit rechnen.

Alte Besen kehren gut

Die Aufgabenstellungen der verschiedenen Quests gestalten sich zwar auf den ersten Blick sehr abwechslungsreich, laufen jedoch bei näherer Betrachtung stets nach den klassischen Adventureschemen ab: Besorge Gegenstand A für Person X in Dungeon B und töte dabei Person Y. Das hat man so zwar schon in Dutzend anderen Genrevertrern erlebt, schnell lässt man sich aber auch hier in den Bann des repetiv-befriedigenden Questabsolvierens hineinziehen. Dabei sammelt Ihr natürlich reichlich Erfahrungspunkte, Geld und Gegenstände, die sinnvoll eingesetzt werden wollen. Erfahrungspunkte benutzt Ihr, um Basiswerte wie Gesundheit oder Stärke aufzuleveln und zusätzliche Skillpunkte werten speziellere Fähigkeiten auf. So verbessert Ihr zum Beispiel euer Geschick im Knacken von Schlössern, beim Bogenschießen oder das magische Beschwören von Monstern.

Von Spinnen, Zombies und Skeletten

Gut gewappnet mit Schwert, Axt, Bogen oder Zauberstab zieht ihr in die flott ablaufenden Kämpfe mit Gegnern unterschiedlichster Art. Neben klassischen Gegnern wie Skeletten oder Riesenspinnen findet sich auch zahlreiches groteskes und bisher ungesehenes Getier in den Höhlen, Wüsten und Wäldern Antaloors.

Die in Kämpfen oder beim Klauen erworbenen Gegenstände könnt Ihr bei Händlern in ganz Antaloor zu Geld machen, oder im Falle von Waffen in Einzelteile zerlegen. Die daraus gewonnenen Ressourcen wie Stahl, Leder oder Holz lassen sich anschließend zum aufwerten eurer Ausrüstung bestens nutzen. Geld habt Ihr bald in rauhen Mengen und die meisten Gegenstände lassen sich auch in Kämpfen zu genüge sammeln, sodass die antaloorische Währung für euch leider nur wenig nutzen bringt.

Alle Wege führen nach Antaloor

Bereisen dürft Ihr die riesige Welt zu Fuß, per Pferd oder auch, ähnlich wie in Zelda – The Wind Waker, mit einem kleinen Segelboot. Während sich zu Fuß die Steuerung meist euren Wünschen fügt, müssen beim Reiten oder Schippern einige Defizite hingenommen werden. Daraus resultiert, dass Ihr bald nur noch zu Fuß unterwegs seid.

Wer die Hauptquest hinter sich gebracht hat, bekommt auch nach dem Durchspielen die Möglichkeit, die Welt Antaloors weiter zu erkunden und sich der zahlreichen Sidequests anzunehmen. Auch für Freunde des zünftigen Mehrspielerspaßes via Internet bietet Two Worlds 2 diverse abwechslungsreiche Modi, in denen Ihr einen neuen Charakter erstellt und diverse Quests im kooperativen Modus löst oder in der Arena gegen einander antretet.

Was wir mochten:

Abwechslung ist Trumpf – Die Welt Antaloors präsentiert sich nicht nur riesengroß, sondern auch farbenfroh und sehr abwechslungsreich. Auch die Gegner sind größtenteils sehr einfallsreich gestaltet und decken zwar auf der einen Seite die üblichen Klischees ab, bieten jedoch hin und wieder auch neue, hässliche Kreationen.

Meine Keule und ich – Euch steht ein riesiges Arsenal an unterschiedlichen Waffen zur Verfügung und die meisten Waffen lassen sich zudem noch individuell aufwerten. Egal, ob Ihr Fernwaffen, Schwerter, Keulen oder Zauberstäbe braucht, jede Art von Waffen lässt sich finden, erwerben oder klauen. Das Aufleveln der Bewaffnung und Rüstung geht flott von der Hand und bringt tolle individuelle Möglichkeiten mit sich.

Spielplatz Antaloor – Wer sich darauf einlässt, kann mit Two Worlds 2 endlose Stunden verbringen, denn ständig eröffnen sich neue Sidequests und Aufgaben. Auch nach dem Durchspielen die Welt weiter ergründen zu dürfen ist zwar nicht ganz neu, aber dennoch sehr löblich. Zudem lassen sich manche Quests auf unterschiedliche Arten lösen. Euch bleibt es oftmals selbst überlassen, ob Ihr Gewalt anwenden oder Konflikte friedlich lösen möchtet.

Geselligkeit 2.0 – Der umfangreiche Online-Part mit verschiedenen Spielmodi bietet sowohl für Egoisten als auch für gesellige Zocker einiges an Material. Im Adventure-Modus dürft Ihr wahlweise alleine oder im Team Monster schnetzeln und in der Arena eure frisch geernteten Waffen an menschlichen Gegnern ausprobieren.

Nicht gefallen hat uns:

Außen hui innen Pfui – So nett die Grafik auch im Standbild erscheint, im Spielbetrieb kommt es viel zu häufig zu unschönen Fehlern. Bei schnellen Bewegungen kommt es zu Tearing oder es ruckelt stark, was sich vor allem bemerkbar macht, wenn Ihr mit dem Pferd unterwegs seid.

Dummheit wird bestraft – Die Gegner bleiben im Kampf immer wieder an Umgebungselementen hängen und laufen euch nur bis zu vorbestimmten Grenzen nach. Dadurch ist es möglich aus kurzer Distanz mit Pfeil und Bogen den Gegner zu beharken, ohne dass dieser sich wehrt oder in Deckung geht. Selbst in Bosskämpfen könnt Ihr euch immer wieder auf die mangelnde Intelligenz der Gegner verlassen.

Schema F – Es gibt zwar zahllose Nebenmissionen, diese funktionieren aber fast immer nach dem gleichen Schema und nutzen sich entsprechend schnell ab. Wer also Wert auf Abwechslung legt, bekommt zwar viel Auswahl an Missionen, nicht aber an Ihren Abläufen.

Wozu bin ich eigentlich hier – Oftmals ist in den Dungeons gähnende Leere angesagt und es gibt selten lohnende Gegenstände in ihnen zu finden. Auch in den teilweise dünn besiedelten Außenbezirken Antaloors gibt es oftmals zwar viel Gegend aber nichts wirklich Brauchbares zu entdecken.

Sebastians Meinung:
Two Worlds 2 bietet viele Freiheiten in der Gestaltung des Spielerlebnisses und macht dabei sehr viel richtig. Bereits nach wenigen Spielstunden hat mich Antaloor erneut gefesselt und in seinen Bann gezogen. Das Aufleveln macht Spaß, die riesige Spielwelt zu erkunden ist fesselnd und ständig an seinem Waffenarsenal zu feilen ist ungemein befriedigend. Leider verderben einem immer wieder technische Mängel und Designfehler den Spaß am Spiel und auch die ewig gleichen Missionsabläufe machen sich deutlich bemerkbar. Im Endeffekt haben die polnischen Entwickler von Reality Pump aber ein faszinierendes Stück Software abgeliefert, dass bei Fans von Rollenspielen und Action-Adventures mit Sicherheit viele Fans finden wird.