Deus Ex Revolution gibt inhaltlich extrem viel her. Wenn Menschen die Chance haben, besser zu werden, egal wie, und die Maßnahme dafür gesellschaftlich immer akzeptierter wird, dann nutzen sie diese auch – und stehen dazu. Schon heute gibt es “Botox to Go”-Boutiquen, Frauen fühlen sich mit 20 Jahren schon zu alt und lassen sich prophylaktisch das übelste Nervengift der Welt in ihre Muskeln spritzen. In einer Gesellschaft mit diesem Schönheitswahn, mit diesem Selbstoptimierungszwang, ist alles möglich. Die von Deus Ex skizzierte Welt mag nicht sonderlich außergewöhnlich sein. Aber sie greift ein uns berührendes Thema auf, das uns im Alltag immer mehr begegnet. Deshalb finde ich den Trailer, den ich hier anhänge, unheimlich gelungen. Er zeigt uns keine Spiel-Sequenzen, keine cineastischen Totschlag-Argumente. Sondern eine moralische Tiefenebene. Das was die Welt von Deus Ex antreibt. Ihre Konflikte. Ihre ethische Zerrissenheit. Er gibt uns einen Grund dazu, die virtuelle “Dystopie” (?) für real und authentisch zu halten. Das Video ist quasi ein Bodenbereiter für die Welt. Ein Einführungsvideo, das uns zeigen will, wie die Menschen in der Zukunft ticken.
Warum sie sich unter Einsatz von Maschinen und Nanotechnologie optimieren lassen. Warum sie sich bereiterklären, mechanische Hände zu haben. Damit sie ihr Klavierspiel perfektionieren. Damit der Vater gemeinsam mit seinem Sohn Baseball spielen kann. Man fühlt sich in die Zukunft versetzt. Und merkt, dass sie längst nicht so fremd wirkt, wie erwartet. Es beschleicht uns zwar ein Gefühl des Unwohlseins, wenn wir den Vater mit dem synthetischen Roboterarm betrachten, aber es wird alles in einen selbstverständlichen Rahmen gerückt, so dass wir fast schon dazu übergehen, die Abnormität für eine Normalität zu halten. Ich finde den Trailer deshalb so gelungen, nicht weil er uns etwas Neues von Deus Ex Revolution zeigt. Nicht weil er uns mehr von der Geschichte erzählt. Er ist deshalb gelungen, weil er dem Spiel unheimlich Tiefe und Glaubwürdigkeit gibt.
Ähnliche Artikel:
{ 7 comments… read them below or add one }
KLAUS!
Hatte mich schon gewundert, wo du denn abgeblieben bist. Gerhard und ich wähnten dich schon in Frührente. Gut, dass dem nicht so ist (: .
@ topic: Wirklich ein gelungener Trailer, macht defenitiv Lust auf mehr. Hoffentlich kann das Spiel mithalten.
Ich denke aber nicht, dass es möglich ist, menschliche Körperteile effizienter mit maschinellen Teilen zu ersetzen. Ein Arm bspw, der stärker ist als der menschliche, fühlen kann, keine externe Energiequelle braucht sondern aus dem Körper versorgt wird, Selbstheilungskräfte hat etc, dass kann man nicht besser machen. UNd die Dame mir den biontischen Händen hat auch nicht anders gespielt als andere. Sie hätte mit SUPERGESCHWINDIGKEIT spielen sollen, das hätte mehr Sinn gemacht. Das Fotoauge allerdings, das hat es mir angetan *Sparschweinschlacht*
es gibt eben immer mal wieder stillschweigende pensionierungen und ebenso klammheimlich daherschleichende comebacks. :)
Die spielen übrigens Football ;)
man merkt wie oberflächlich ich trailer anschaue…
Ganz ehrlich, ich halte es nicht wirklich für originell oder tiefgründig den Look von Blade Runner und die Prämisse von Ghost in the Shell zu klauen.
Was das Spiel angeht, so muss ich meinen Ersteindruck von der Gamescom revidieren. Zu viel des Spiels sieht mir momentan nach SB (Scriptet Bullshit) aus.
Der Trailer wäre aber ganz nett, hätte man nicht bereits haufenweise solche fake Werbespots in RoboCop, Starship Troopers und Total Recall gesehen.
Albert kommt und meckert wieder alles in Grund und Boden :p
Und Zabu kommt und spielt Captain Obvious…