Mai 242011
 
Pack-Shot
Pack-Shot
Vor 23 Jahren, 1988 war die Blütezeit des C64. Entwickler kitzelten Effekte und Musiken aus der alten Brotkiste, die noch 1-2 Jahre zuvor niemand für möglich gehalten hatte. Ein Highlight aus diesem Jahr ist das Spiel Hawkeye von Thalamus.

Das erste herausragende Merkmal von Hawkeye war der Loader, mit einer Musik von den Maniacs of Noise. Während das Spiel geladen wurde wurde ein Bild gezeigt und eine Musik abgespielt. Diese Musik konnte in Echtzeit vom Hörer verändert werden. Dafür standen vier Regler zur Verfügung, die Melodie, Bass, Arpeggio und Drums veränderten. Viele Hundert Kombinationen waren so möglich und machten Hawkeye schon zu diesem Zeitpunkt einzigartig.

Im Spiel selbst ging es darum, einen Mann, halb Mensch, halb Roboter durch 12 Level zu steuern um so irgendwie die Welt zu retten. Um jedoch einen Level abschließen zu können war es nötig vorher vier Puzzleteile einzusammeln. Um die Aufgaben zu meistern gab es eine große Auswahl an Waffen (mit begrenzter Munition) und eine anständige Auswahl an Power-Ups. Das Spiel ist für geübte „Competition Pro“-Jünger durchaus machbar – wer den Zusatzlevel erreichen wollte musste selbigen mehr als nur blind beherrschen.

Mit farbenfroher Grafik, einem Paralax-Scrolling und der sensationellen Musik von Jeroen Tel (Maniacs of Noise) hatte das Spiel auch auf der optischen, technischen und musikalischen Seite einiges zu bieten. Die Fachpresse stufte Hawkeye damals durchgängig mit Wertungen um und über 80% ein (C64Games 9/10, Powerplay 82%, ZZap64 96%).

Die späten 1980er bildeten meiner Meinung nach die absolute Hochzeit der C64-Spieleindustrie und Hawkeye ist da keine Ausnahme. Auch über 20 Jahre danach wage ich immer noch mal gerne eine Runde oder genieße die geniale Loader-Musik.