Aug 122011
 

Am 19. August findet im Rahmen der gamescom der erste Spieltag der ESL, der eSport Bundesliga, statt. ZDF.kultur, der digitale Sender des Zweiten, der seit seinem Relaunch sowieso schon ein sehr gutes Programm bietet (Liveübertragung vom Wacken Open Air!) und mit Pixelmacher bereits zwar einen kleinen, dennoch regelmäßigen Slot für Video- und Computerspiele bereit hält, wird den Spieltag in einer Zusammenfassung inklusiver komplette Matches einen Tag später in einem dreistündigen Special übertragen. Moderiert wird das Ganze von Viola Tensil und Collin Gäbel, was ein bisschen GIGA-Nostalgie aufkommen lässt. Im Programm stehen Matches in StarCraft, FIFA, Trackmania und man höre und staune Counterstrike.

Das Übertragen von Matches aus den diversen Gamingligen ist eigentlich kein Novum, jedoch seit dem GIGA abgesetzt wurde, zu einem absoluten Randbereich der Fernsehberichterstattung verkommen. Letztlich war es nur möglich entweder live vor Ort zu sein oder dank Turtle Entertainment via Webstream die Partien zu verfolgen.

Gaming ist ein Massenphänomen und mittlerweile ein wichtiger Bestandteil der Kultur

So begründet Daniel Fiedler, Sender-Koordinator von ZDF.kultur, in einem Interview mit dwdl.de den Einstieg seines Senders in das eSports-Übertragungsgeschäft. Erstaunlicherweise bestünde sogar die Möglichkeit live zu übertragen, doch aus Jugendschutzgründen kann erst nach 22 Uhr gesendet werden, weswegen erst der Folgetag als Ausstrahlungszeitpunkt in Frage kam.

Pilotprojekt mit sicherer Zukunft?

Viel wichtiger ist aber die Aussage, dass es sich bei der Ausstrahlung um ein Pilotprojekt handele und man sich durchaus vorstellen könne, generell eSport-Events zu übertragen. Dazu gäbe es bereits ein mögliches Zeitfenster von zweieinhalb Stunden pro Monat. Die Sportschau wird die neue eSportschau zwar so schnell nicht verdrängen können, dennoch ist man sich bei ZDF.kultur den Entwicklungen bewusst. Bei 1,5 Millionen Spielern wird das aber auch echt einmal Zeit.

Wie wichtig es dem Sender mit diesem Vorhaben ist, lässt sich an zwei Dingen erkennen: Einmal die Auswahl der Moderatoren. Zwar zähl ich Viola Tensil und Collin Gäbel nicht zur Speerspitze der Gamingmoderatoren, doch durch ihr Engagement zuletzt bei Play’D, zu sehen beim PayTV-Sender Animax, ein fester Begriff in der Szene, wurden bekannte Gesichter geholt, die sich durchaus mit der Interna auskennen. Außerdem hätte man bei Game One wildern müssen, was wohl einen ähnlichen Satz zu Folge gehabt hätte. Vielleicht gibt es einfach gar keine Speerspitze von Gamingmoderatoren, was ja eigentlich positiv ist, denn wer möchte schon, dass Günter Jauch eSport-Events moderiert?

Die Zeichen stehen auf eSport

Deutlicher wird die Richtung jedoch, wenn man mal einen Blick in die Redaktion wirft. Redaktionell verantwortlich ist Andreas Garbe, der unter anderem für neues[3sat] arbeitet und in der Szene kein Unbekannter ist.

Ich für meinen Teil bin gespannt und freue mich, dass ein wichtiger Teil der Gamingkultur wieder einen Weg zurück ins Fernsehen gefunden hat und damit hoffentlich die Aufmerksamkeit erhält, die ihm zusteht. Also vormerken und am Samstag den 20.8. um 22.30 Uhr ZDF.kultur anschmeißen. Wenn ihr nicht digital verkabelt oder versatelitet seid, dann ab zu Freunden oder in die ZDF Mediathek gucken.

(via dwdl.de)