Aug 142011
 
Bildquelle: flickr.com / TinoZH
Bildquelle: flickr.com / TinoZH

Leipzig, Du herzallerliebste Stadt!

Gamgea-Korrespondenten haben kein leichtes Leben. Als Außenberichterstatter werden sie von der Direktion überallhin gesandt. Selbst die Bundestagskuppel war schon das Ziel unserer halbautomatisierten Drohnen. Jetzt also Leipzig!

Warum auch nicht. Schließlich kann sich jeder Vollpfosten-Blogger sich als „Pressevertreter“ akkreditieren lassen – und als das verstehen wir uns schließlich auch. Thorben, der nicht einmal wusste, dass Crash the Castle vor Angry Birds dran war, gibt das Niveau vor!

Ja, selbst der schreibunkundige Pöbel, verkanntermaßen Publikum genannt, darf sich vier Tage dort austoben. Aber dann sind unsere drei Korrespondenten aus Köln hoffentlich wieder weg – die Namen der Redakteure dürfen wir aus Sicherheitsgründen übrigens nicht nennen.

Es ist schließlich nicht unser Anspruch, uns mit 14-jährigen, das erste Mal (orale) sexuelle Erfahrungen auf dem Pausenhof sammelnden Pubertierenden in eine dem Nil Konkurrenz machende Schlange zu stellen – nur um dann fünf Minuten zu spielen.

Selbst unsere anderen „Kollegen“ sind uns ein nervender Klotz am Bein. Wir sind noch nicht so weit, um unsere eigene Messe zu bekommen. Das braucht Zeit und vor allem Überzeugungsarbeit.

Unser Ziel: Wir stolzieren auf der Messe wie ein Pfau umher, klimpern auf irgendwelchen GamePads herum und geben Euch vielleicht eine Einschätzung von unserer Spielerfahrung.

Oder aber wir tauchen in Leipzig ab, wenn wir keine Lust haben sollten, uns auf diese „kapitalistische, dem Kommerz sich vor die Hunde werfenden Spiele-Präsentation“ einzulassen. Denn das ist die gamescom. „Celebrate the Games“ heißt der eigentlich recht unserem Geschmack entsprechende Slogan.

Wir glauben aber nicht an diese gut gemeinte Intention. Schließlich ist es eine Zuschauermesse. Und da erhalten wir einen Einblick, wie Games samt dem Publikum wirklich ticken. Nicht unsere Welt.

Und: Es ist eine publikumsoffene Messe. Niemand hindert euch daran, selber nach Leipzig zu fahren. Wir können höchstens schon am Mittwoch zum Pressetag die ganzen Berichte raushauen, um euch um einen Tag voraus zu sein. Aber jeder zweite Leser hier hat ja einen Blog mit zumindest die eine Schulklasse in einer teuren Privatschule nicht übersteigenden Leseranzahl. Der Zeitvorteil wäre also auch dahin.

Erwartet nicht viel von Gamgea bei der gamescom. Wir sind launisch und unberechenbar. Vielleicht fahren wir auch nur nach Leipzig, um Erwartungen zu enttäuschen. Wenn uns die Türsteher überhaupt in die Hallen lassen. Schießlich sind wir für Randalen bekannt. Und für unseren hoheitsvollen, herrschsüchtigen Majestätenblick!

Maucht euch auf das große, leere NICHTS gefasst.

Update: Jörg hat mir gerade mit der Faust ins Gesicht geschlagen und gemeint, die gamescom würde in Köln stattfinden. Mit Überraschung und einem leeren Blick beantwortete ich seine Handgreiflichkeit. Auf meinen Vorschlag, wir könnten dem alten Messegelände mit einer großen Retrospektive Respekt zollen, schüttelte er nur unverständlicherweise den Kopf. Nach Schluchzen meinerseits erinnerte ich mich dann schließlich an meinen letzten Besuch in der Domstadt und meine Stimmung hellte sich plötzlich auf:


Das Ziel, das wir in Wahrheit ansteuern: Besäufnis zum Nulltarif in Köln (Bildquelle: flickr.com / fabian-felix)

YEAR! Leipzig Köln wir kommen!