Aug 272011
 

Bereits am Dienstag, einen Tag vor dem offiziellen Start der gamescom, durfte ich dem Press Briefing von Digital Reality und Grasshopper Manufacture beiwohnen. Es sollte das Highlight meines Besuchs in Köln werden, was aber leider nicht so sehr an den Spielen lag, sondern an der duften Location (im Top of Cologne) und der tollen Organisation. Ein paar Bilder des Events könnt ihr euch in meinem Facebook-Album anschauen. Zu sehen (und spielen) gab es insgesamt vier Titel: das bereits erhältliche Dead Block (XBLA, PSN, PC), Skydrift (XBLA, PSN, PC), Sine Mora (XBLA, PSN) und Black Night Sword (XBLA, PSN), wobei die letzten beiden zum ersten Mal für Pressevertreter spielbar waren.

Dead Block habe ich mir überhaupt nicht angeschaut, sondern mich stattdessen über das Buffet hergemacht. Zwischen dem Essen und der Präsentation, quetsche ich noch eine Runde Skydrift, welches von Digital Reality nicht nur vertrieben, sondern ebenfalls entwickelt wird. Es sieht nicht nur nahezu identisch aus wie Hydro Thunder Hurricane, sondern spielt sich auch sehr ähnlich. Mit dem einzigen Unterschied, dass die Bewegung natürlich nicht auf die Wasseroberfläche beschränkt ist, sondern im dreidimensionalen Raum stattfindet. Die Steuerung geht nach einer kurzen Eingewöhnungsphase super von der Hand und insgesamt muss sich der ungarische Entwickler in keinem Punkt der bekannten Arcade-Neuauflage geschlagen geben. Einen Test könnt ihr mit ziemlicher Sicherheit auf LetsGetDigital erwarten.

Der erste Höhepunkt war die Vorstellung von Sine Mora, einem seitlich scrollenden Shoot’em Up mit 3D-Optik. Suda 51 hätte eigentlich vor Ort sein sollen, denn sein Team steuert Artworks, Soundeffekte und Musik zum Titel bei. Leider schaffte es der Meister nicht und war stattdessen nur in Form von „Heidipost“ zu sehen. Das Ziel bei der Entwicklung von Sine Mora war es, einen Bullet Hell-Shooter einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dementsprechend wird es zwei Modi enthalten: den Story-Modus, der auch im Video zu sehen ist und von jedem Normalsterblichen zu schaffen sein sollte (vor allem wegen Rückspul-Feature), und der Hardcore-Modus, welcher den Bildschirm in ein Meer aus bunten, tödlichen Projektilen verwandelt. Optisch schön anzusehen und sicher auch spielerisch mit einigen Qualitäten, hat es mir besonders die fetzige Musik angetan.

Die letzte Präsentation wurde durchgeführt von keinem Geringeren als Akira Yamaoka, dem Sound Designer der meisten Silent Hill-Titel, und neben vielen anderen Projekten auch von Snatcher und Shadows of the Damned. Diese Vorführung war gleichzeitig die Weltpremiere von Black Knight Sword und mein persönliches Highlight der Veranstaltung. Ich stand etwa einen Meter hinter dem Kameramann des folgenden Videos und schnappte mir nur wenige Sekunden nach Ende der Demonstration, als einer der ersten drei „Journalisten“ weltweit, drängelnderweise eines der freien Joypads!

Black Knight Sword entsteht größtenteils unter der Regie von Grasshopper Manufacture und ist gleichzeitig der erste Download-Titel der Japaner. Meine erste Gedanken waren: „Die haben einfach aus den 2D-Abschnitten von Shadows of the Damned ein eigenes Spiel gemacht.“ Tatsächlich wünschte ich mir umgekehrt beim Spielen von SOTD ein paar Wochen zuvor, dass man aus den recht lahmen (aber optisch herausragenden) Shooter-Passagen, doch einen Platformer gemacht hätte. Über das fertige Spiel anhand einer Demo des ersten Levels etwas zu sagen, ist natürlich vermessen. Optik und musikalische Untermalung sind jenseits dieser Welt und einfach fantastisch, daran gibt es jedenfalls nichts mehr zu rütteln.

Ich persönlich liebe ja Platformer und dementsprechend war ich auch ganz angetan von Black Knight Sword (zum Teufel mit diesem generischen Drecksnamen), allerdings hat es mich auch nicht vom Hocker gerissen (ich saß tatsächlich auf einem). Die einmalige Aufmachung ist für mich aber schon Grund genug, die Veröffentlichung herbeizusehnen. Das, was es bisher zu spielen gab, hat auf jeden Fall Spaß gemacht und muss als sehr solide beschrieben werden.

Die Übersetzerin kann sich ganz schön lange Sätze merken…