Jun 112013
 

Klickt auf das Bild, um die Argmuente zu sehen.
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Irgendwie nervt mich gerade diese überwältigende negative Stimmung gegen die Xbox One. Alle Punkte im Bezug auf Kopierschutz die im Bild oben aufgeführt werden (bis auf die Sache mit den 24 Stunden), gelten sogar noch strikter für Steam. Mittlerweile ist es so (in vielen Fällen), dass man sich ein Spiel auf Disc kauft, den Steam-Key eingibt und mit der gekauften Schachtel danach absolut nichts mehr anstellen kann. Das Spiel wird auf dem eigenen Steam-Konto eingelöst und kann weder verkauft, noch verliehen, noch gelöscht werden.

In diesem Vergleich schneidet die Xbox One also sogar besser ab! Für’s Protokoll: ich finde beide Systeme absolut kacke. Ich will ein Retail-Spiel kaufen, es besitzen und verkaufen, verleihen, verbrennen wie mir der Sinn danach steht. Ich benutze Steam für den PC eigentlich nur für Bundles, wenn es Spiele extrem günstig gibt oder diese exklusiv erscheinen. Alle aktuellen Multiplattform-Titel kaufe und spiele ich auf Konsolen, die ach-so-tollen grafischen und angeblichen Steuerungs-Vorteile des Rechenknechts sind mir herzlich egal.

Aber zurück zum Punkt. Wann habt ihr je einen derart lauten Aufschrei der PC-Gamer vernommen, wie er jetzt gegen die neue Microsoft-Konsole zu hören ist? Damals als Half-Life 2 eine Online-Aktivierung benötigte? Wieso wird hier mit zweierlei Maß gemessen und nur Microsoft als alle vier Reiter der Apokalypse gleichzeitig an den Pranger gestellt? Ich möchte die Xbox One nicht gutheißen, lediglich das Ganze ein wenig relativiert wissen.

Immerhin kann ich auf der Xbox One ein Disc-basiertes Spiel an jemanden auf meiner Freundesliste weitergeben, das bietet bisher noch kein anderer digitaler Service. Und zu den „Trade-Ins“ fehlen uns noch wichtige Informationen: wenn ich ein Spiel von einem zertifizierten Händler gebraucht kaufe, darf ich es dann weiter- oder wieder an einen Händler verkaufen? Wie dem auch sei, Leuten die sowieso nur neu kaufen, ist das System eh Wurscht. Wer gerne gebraucht kauft, kann dies ja weiterhin tun, nur muss er sich dann noch besser überlegen, was er sich holt oder nicht. Weniger ungespielte Games im Schrank, ein absoluter Pluspunkt!

Die Sache mit den 24 Stunden finde ich zwar absolut kundenfeindlich, sehe sie für die Lebensdauer der Konsole aber nicht wirklich als Problem. Nur ein ganz geringer Teil der relevanten Zielgruppe sollte hiermit ein tatsächliches Problem haben. Macht einfach euer Smartphone zum WiFi-Hotspot und schon habt ihr an allen denkbaren Orten Internet. Lediglich der Spielbarkeit in der Zukunft wird hierdurch ein Riegel vorgeschoben, aber vielleicht lässt sich dieser Mechanismus ja noch nachträglich „rauspatchen“.

Summa summarum ist Steam in puncto DRM meines Erachtens nach also das noch größere Übel und kommt damit durch. Auch Ubisoft, EA und Blizzard verlangen vom Kunden „immer online“ zu sein. Trotzdem kaufen genügend Leuten ihre Software. Solange das so ist, wird sich an diesem System auch nichts ändern. Die PC-Gamer sind also Schuld an dem ganzen Schlamassel! ;)