Nov 082016
 
Nach leicht traumatischen Erfahrungen in EVE Online, lege ich erstmal Solo los.
Nach leicht traumatischen Erfahrungen in EVE Online, lege ich erstmal Solo los.

[Den Anfang verpasst? Hier gehts entlang.]

Bevor ich mich endgültig in die (fast) unendlichen Weiten stürze, bin ich nochmal kurz vor die Tür gegangen, um mir den wunderschön wolkenklaren Nachthimmel anzuschauen. Wie weit die Menschheit schon gekommen ist und was ich in meiner Lebenszeit (hoffentlich) noch alles erleben darf! Schon in wenigen Jahren wollen wir eine bemannte Raumstation auf dem Mond errichten und Menschen auf den Mars schicken. Das ist natürlich alles noch weit entfernt von interstellarer Besiedlung und Überlichtgeschwindigkeit, aber damit legen wir vielleicht den Grundstein für all diese Dinge. Und ich finde es wunderbar, dabei sein zu dürfen.

Wann meine Faszination mit dem Weltraum begonnen hat, kann ich nicht mehr genau sagen. Aber als das Sattelitenfernsehen (aus dem All!) Anfang der Neunziger endlich in unserem Haushalt Einzug hielt, konnten wir Star Trek: TNG im O-Ton auf Sky 1 empfangen, was wahrscheinlich DAS prägende Ereignis zu diesem Thema meines noch jungen Lebens war. Sicherlich gab es davor auch schon einige Kontakte (und danach noch (fast) unendlich mehr). Neben Endzeit und Apokalypse hat sich das Genre Sci-Fi bis heute an der Spitze meiner Lieblingsthemen gehalten (Sci-Fi ist nicht gleichbedeutend mit Weltraum, ich weiß).

Die ersten Schritte

Also dann, stürzen wir uns endlich rein ins Vergnügen. Meine Hoffnung ist, dass ich mit Elite Dangerous die Erfahrung mache, wie sie mir zu Lebzeiten nicht mehr vergönnt sein wird. Das Weltall bereisen und wundervolle (und wunderschreckliche!) Dinge erleben und sehen. Da ich mich auch nach dem ganzen Training noch immer recht noobisch fühle, gehts erstmal Solo los, ohne andere Spieler. Das Universum ist dennoch für alle gleich.

Das ist der erste Bildschirm im Spiel. Ziemlich aufregend, oder?
Das ist der erste Bildschirm im Spiel. Ziemlich aufregend, oder?

Extrem ereignislos beginnt das Spiel dann. Keine Hintergrundgeschichte, keine aufwendigen Rendersequenzen, einfach nur der Blick aus dem Cockpit des voll ausgestatteten Startschiffchen (eine Sidewinder) begrüßt den Spieler, welches er angedockt auf einer Raumstation vorfindet. So lobe ich mir das. Freie Erkundungskraft voraus! Die läppischen 1.000 Credits Startkapital reichen gerade mal, um hin und wieder ein wenig Treibstoff zu tanken. Da ich noch nicht direkt in den kalten, schwarzen Raum aufbrechen möchte, schaue ich mir die einzige sinnvolle Option näher an (Starport Services).

Die ist der zentrale Zugangspunkt zu so ziemlich allem in ED.
Die ist der zentrale Zugangspunkt zu so ziemlich allem in ED.

Mein erster Impuls ist es, die Nachrichten in der Mitte des Schirms zu lesen, um zumindest ein wenig Hintergrundwissen zu erhalten. Die (für mich) spannensten Neuigkeiten handeln von neuen Entdeckungen und anderen wichtigen Ereignissen in der bewohnten Galaxie. Mehr als die Hälfte aller Berichte handelt von Fraktionen, Einkünften und generell Zahlen und Textkolonnen, mit denen ich noch wenig anzufangen weiß. Nach und nach schaue ich mir alle Punkte an, der Wichtigste allerdings, der zum Ausrüsten meines Boliden ist aufgrund von unbekannten Artefakteinflüssen leider nicht zugänglich. Es gibt einen Markt für Handelsgüter, einen Unterpunkt für Missionen, Passagiere die gegen Geld an bestimmte Orte gebracht werden wollen und zwei weitere Untermenüs für Kontakte (?) und anheuerbare Crew.

Vor dem ersten Start wartet einen Checkliste für die wichtigsten Systeme.
Vor dem ersten Start wartet einen Checkliste für die wichtigsten Systeme.

Da ich leider nicht nachschauen kann, was neues Equipment kostet und mich keine der vorhandenen Missionen anspricht, entschließe ich mich dazu, erstmal an eine andere Station anzudocken, die mehr (am liebsten alle) Funktionen zu Verfügung stellt. In dem System, in dem ich mich gerade befinde, gibt es massenhaft davon und ich suche mir die Erstbeste heraus. Im abdocken bin ich jetzt ja schon Profi und dementsprechend klappt das Manöver auch auf Anhieb.

Es gibt also auch Raumstationen ohne nervige Docking-Schlitze. Top!
Es gibt also auch Raumstationen ohne nervige Docking-Schlitze. Top!

Auch das Navigieren innerhalb eines System mit Super Pursuit-Mode (Klappe, KITT) geht schon etwas besser von der Hand. Wenig später erblicke ich die zweite Station vor mir und erhoffe mir hier die ersten Credits zu verdienen. Noch bin ich ziemlich ratlos, wie das Alles konkret von Statten geht.

Die zweite Station bietet alle Optionen und ich schaue mich erstmal bei den Modulen für meine Schaluppe um. Die Optionsvielfalt ist recht groß, aber lange nicht so erschlagend wie beispielsweise bei Eve Online. Als aller erstes möchte ich mich im Bergbau versuchen und schaue, was eine angemessene Gerätschaft kostet. Im entsprechenden Untermenü des Shops taucht der aktuell eingebaute Laser an erster Stelle auf, heißt aber nicht „Mining“-irgendwas. Funktioniert das damit dann trotzdem? Ab in den nächstbesten Asteroidengürtel und ausprobieren, denn den spezialisierten Laser kann ich mir nun wirklich nicht leisten (6.000 CR).

Leider funktioniert der Abbau aus mir unerfindlichen Gründen nicht. Und ich muss mit leeren Händen zurück zur Station dackeln. Hoffentlich hat mir keiner bei dieser peinlichen Aktion zugeschaut.

Aller Anfang bringt verdammt wenig Ertrag.
Aller Anfang bringt verdammt wenig Ertrag.

Nachdem ich mir etliche Minuten sämtliche zu Verfügung stehenden Missionen ganz genau angeschaut habe, muss ich leider feststellen, dass ich noch so gut wie gar nichts davon machen darf. Entweder fehlt mir die Ausrüstung oder mein Rang ist zu niedrig. Ich finde einen Auftrag, der sagenhafte 2,200 CR einbringt! Allerdings muss ich dafür über 12 Lichtjahre weit fliegen. Da mir derzeit nichts anderes übrig bleibt, stimme ich erstmal grummelnd zu. Immerhin erhält man so einige Punkte, um den Rang zu verbessern, was natürlich auch viel wert ist.

Satte 6.800 CR Gewinn, also mehr als das Dreifache der anderen Mission!
Satte 6.800 CR Gewinn, also mehr als das Dreifache der anderen Mission!

Da mir der Weg nur für diesen läppischen Auftrag alleine doch zu weit erscheint, entdecke ich doch tatsächlich eine zweite Mission, die ich eventuell gleich mit erledigen kann. Aus irgend einem Grund (wieder nicht richtig aufgepasst) braucht die Station dringend normale Medizin. Da ich aber anhand der Informationen im Spiel alleine nicht herausfinden kann, wo man diese kaufen kann, bemühe ich kurz die Suchmaschine. Verschiedene Wirtschaftssysteme stellen unterschiedliche Güter her, wie sich herausstellt. In meinem derzeitigen System gibt es aber nur Bergbauindustrie, weshalb ich dort erst gar nicht nachschauen brauche.

Zwei Hypersprünge für diese kleine Popelmission?
Zwei Hypersprünge für diese kleine Popelmission?

Aber die Sternsammlung zu der ich nun fliege könnte Medizin im Angebot haben (kombiniere, kombiniere!). Das verrät mir die Farbcodierung auf der Galaxiekarte. Aber *schluck*, ganze zwei Systeme weit soll ich direkt für diese erste Aufgabe springen? Etwas unwohl ist mir schon bei dem Gedanken. Aber es hilft ja nichts. Ich logge die Route ein und mache mich auf den Weg. Zwei ereignislose Hypersprünge und eine Süpercrüs später komme ich an der Station „Dirac Enterprise“ an und erhalte prompt eine Nachricht.

» ALARM! Schnell landen und mehr Kohle verdienen! Nur zwei Minuten Zeit! «

Äh, na gut. Dann docke ich halt etwas schneller als sonst. Schön sieht das nicht aus, aber es klappt tatsächlich unerwartet erfolgreich und schnell. Zum Glück eine Landung aufm Sonnendeck und keine Schlitzgeburt. Satte 14.000 CR zusätzlich werden mir dafür überwiesen. Hossa! Und dann noch das:

Yeah Baby! Research!
Yeah Baby! Research!

HaHA! ALLES richtig gemacht. Aus den ehemals popeligen 2.000 CR Gewinn werden nun etwas unerwartet fast 20.000. Davon kann ich mir dann ganz locker die benötigten Utensilien für das erste Zwischenziel „Asteroidenabbau“ anschaffen. Der Rubel rollt! Nach einigen Stunden im Spiel (ja, so lange hat das bis hier hin tatsächlich gedauert) stimmt mich das erste Erfolgserlebnis super zuversichtlich. Und die guten Nachrichten reißen nicht ab. Irgendwo bei der Medizin-Recherche kam mir die Info unter, dass manche Spieler ein zweites Schiff in einem Hangar spendiert bekommen haben.

Verkaufen oder behalten, das ist hier die Frage.
Verkaufen oder behalten, das ist hier die Frage.

Und siehe da, es liegt tatsächlich ein Zweites angedockt in einem Nachbarsystem. Satte 40.000 CR würde ich für einen Verkauf erhalten, aber im Internet preisen einige die enorme Wendigkeit der „Eagle“ an. Schlussendlich entscheide ich mich dafür, zumindest einmal eine Probefahrt zu machen, bevor ich das Ding absetze. Einfach so, um mal ein anderes Fluggefühl zu erleben. Verkaufen kann ich es danach immer noch.

Nach diesem unerwarteten Reichtum und wieder zurück im Ursprungssystem (ich musste ja noch die Medizin dort abliefern), erstehe ich endlich den lang ersehnten Mining-Laser und dazu passend das Umschmelzwerk-Modul, ohne das die eingesammelten Gesteinsbrocken nicht zu reinem, verkaufsfertigem Metall umgewandelt werden können (warum muss das direkt vor Ort geschehen?). Die passende Mission hatte ich schon vorher im Auge, satte 70.000 Credits warten als Auszahlung. Alles was ich dafür tun muss, ist vier Osmium abbauen. Pfft, mehr nicht? Nichts leichter als das!

Little did he know… Gleich weiter zu Teil 004!