Klaus

Wer Einsamkeit kennenlernen möchte, muss seinen Dienst in Altersheimen und Betreuten Wohnanlagen machen. Die älteren Menschen sind, ich spreche aus Erfahrung, für jede soziale Interaktion sehr dankbar, honorieren Freundlichkeit und Einfühlungsvermögen wie es jüngere, im Leben stehende, voll funktionstüchtige Menschen niemals goutieren würden. Ihre Verwandtschaft kümmert sich oft einen Dreck um sie. Schauen vielleicht mal im Monat zwei mal vorbei. Meistens wegen Geldangelegenheiten, oder um die Pflicht zu erfüllen. Sie verziehen sich in die Vergangenheit. Reizarmut gefährdet ihr geistiges Seelenleben. Der Tagesablauf ist extremst routinisiert und schematisiert. Das körperliche Gebrechen ist der geistige Orientierungspunkt für ihr Dasein.

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Deus Ex Revolution gibt inhaltlich extrem viel her. Wenn Menschen die Chance haben, besser zu werden, egal wie, und die Maßnahme dafür gesellschaftlich immer akzeptierter wird, dann nutzen sie diese auch – und stehen dazu. Schon heute gibt es “Botox to Go”-Boutiquen, Frauen fühlen sich mit 20 Jahren schon zu alt und lassen sich prophylaktisch das übelste Nervengift der Welt in ihre Muskeln spritzen. In einer Gesellschaft mit diesem Schönheitswahn, mit diesem Selbstoptimierungszwang, ist alles möglich. Die von Deus Ex skizzierte Welt mag nicht sonderlich außergewöhnlich sein. Aber sie greift ein uns berührendes Thema auf, das uns im Alltag immer mehr begegnet. Deshalb finde ich den Trailer, den ich hier anhänge, unheimlich gelungen. Er zeigt uns keine Spiel-Sequenzen, keine cineastischen Totschlag-Argumente. Sondern eine moralische Tiefenebene. Das was die Welt von Deus Ex antreibt. Ihre Konflikte. Ihre ethische Zerrissenheit. Er gibt uns einen Grund dazu, die virtuelle “Dystopie” (?) für real und authentisch zu halten. Das Video ist quasi ein Bodenbereiter für die Welt. Ein Einführungsvideo, das uns zeigen will, wie die Menschen in der Zukunft ticken.

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Ich bin ein Freund von sinnfreiem, anarchistischem Humor, der jedwede Eitelkeit annulliert und sich in seiner eigenen Lächerlichkeit sonnt. Dazu bedarf es einer strikten, hoch gefahrenen Selbstironie. Sich selbst nicht ernst nehmen. Sich einen Dreck um die Meinung anderer scheren. Sich der Lächerlichkeit preisgeben und dann am lautesten lachen. Das sind meine Grundstäze, denen ich gerne nachzugehen pflege – es meist aus Mangel an Humorfähigkeit und Intelligenz aber nicht schaffe. Deshalb gefällt mir Keith Apicary so dermaßen gut. Erst gestern bin ich gleich nach dem späten Aufstehen zufällig auf ihn gestoßen. Die Comedy-Serien auf Gametrailers sind bisher nicht so auf meinem Radar gewesen. Aber der Typ ist großartig.

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Ihr müsst mir verzeihen. Sicher handelt es sich hier um keine die Erde aus ihrer Umlaufbahn herausreißende Superlativ-Newsmeldung, aber: es geht um Vanillaware! Schließlich haben sie sich mit dem optischen Leckerbissen Odin Sphere (PS2) und dem den 2D-Prügler in neue visuelle Dimensionen katapultierenden Muramasa: The Demon Blade (eines der besten Spiele für die Wii!) in mein Spielerherz entwickelt. Grund genug für uns, bzw. für mich, die Pläne des Entwicklerstudios weiter zu verfolgen. Und jetzt sind sie mit einer neuen Spiel-Ankündigung herausgerückt: Grand Knights History. Leider “nur” für die PSP in Entwicklung. Aber RPG und rundenbasiert. Hört sich für mich attraktiv an. Gibt es noch mehr Infos?

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Okamiden war eines der Spiele in diesem Jahr, auf das ich mich am meisten freute. Okami ist für mich eines der besten Spiele aller Zeiten. Das beste Art Design aller Zeiten, der beste Floh aller Zeiten (Issun) und ein Gameplay, das der Meilenstein-Exzellenz eines Zelda in nichts nachstand – es stellenweise mit viel Phantasie gar überflügelte. Noch heute blicke ich wehmütig auf diese unglaubliche Spiel-Erfahrung zurück. Deshalb konnte ich die ungnädige Wartezeit auf die Veröffentlichung des DS-Nachfolgers nur mit einem ganz reißfesten Geduldsfaden aushalten. Nun ist es da. Ein paar Gedanken.

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Es mutet wie eine befremdliche Vision an: In Lebensläufen von Entwicklern kann der Arbeitgeber bei der Sondierung der eingehenden Bewerbungsunterlagen eine kleine, bestenfalls zweistellige Ziffer als Indikator für die berufliche Eignung herauslesen. Nach dem Motto: Alles lässt sich quantifizieren. Bald auch Gefühle. In 50 Jahren sagen wir unserem Partner nach einer erfüllten Liebesnacht: “Ich fühle mich zu 95% glücklich!”. Schnell rechnet sich die Sex-Partnerin den Metacritic-Durchschnittswert im Kopf aus und lächelt zufrieden. Na wir wollen mal nicht übertreiben. Vor einiger Zeit überraschte Metacritic.com mit der Einführung von personenbezogenen Durchschnittswertungen. Wer letzte Woche Shigeru Miyamoto in die Suchleiste der Seite eintippte, kam auf die Bewertungsseite des Entwicklers und sah den auf seinen Spielen basierenden “Career Score” von 80/100. Wir konnten also gezielt nach Individuen suchen, und nicht nur nach Spielen und Publishern.

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Die ganze mobile Spiele-Ecke mitsamt Smartphones oder iPhone & Co. blieb mir bisher fremd. Neidisch auf diese Plattformen als Gaming-Quelle bin ich nie gewesen – und ich war mir sicher, dass ich es auch niemals sein werde. Zuwenig interessieren mich die dafür entwickelten Spiele. Doch jetzt ist es um mich geschehen. Das erste Mal blicke ich eben doch mit neiderfüllten, sehnsuchtserfüllten Blicken auf das iPad. Der Grund: Sword & Sworcery. Das mehrere Genre-Zutaten durcheinander mischende “Adventure” begeistert zur Zeit die Presse und Spieler zugleich und gibt dem Apple-Gerät als Gerät fürs Zocken endlich mal gehörigen Exklusiv-Zündstoff. Das Spiel lockt selber mit einer hochgradig geheimnisvollen Aura, geräuschzarten, atmosphärisch wertvollen Ambient-Klängen und einer pixelzermatschten Detaillos-Graphik, die in ihrer visuellen Ausführung ihresgleichen sucht.

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Unser eigens kreierter Award GiG (Gamgeas Indie Game) wird in azyklischen Intervallen unregelmäßig veröffentlicht. Hierbei prämieren wir erstklassige Vertreter der Independent-Szene – ob jung oder alt, ob kostenlos oder kostenpflichtig, ob in musealer Uralt-Graphik oder photorealistischer Exzellenz. Alles was waschecht Indie ist qualifiziert sich für unsere begehrte Trophäe.

Den neuesten GiG-Award erhält: Cave Story!

Ihr denkt euch was das soll? Das Spiel gibt es seit 2004 kostenlos für den PC und macht in regelmäßigen Abständen von sich reden. Es überschwemmt uns in seinem Geltungsbedürfnis regelrecht. Es beehrte WiiWare, den DSi und auch der 3DS soll unverschämterweise nicht davon verschont bleiben. Es ist schlimmer als World of Goo! Und das ist das bisher viralste unter den hochgradfig infektiösen Indie-Viren gewesen! Doch wir Gamgea-Autoren kacken oft auf den Zeitgeist und spielen nicht gleich alles, wovon geredet wird. Wir sind unabhängige Geister und kümmern uns nicht um die Empfehlungen der geistig oftmals umnachteten Masse. Das kann sich oft als Fehler erweisen. Wahrscheinlich bin ich unter euch der einzige, der Cave Story bisher außer Acht gelassen hat. Doch damit ist Schluss. Zufälligerweise habe ich der PC-Version des metroid-artigen 2D-Plattformers eine Chance gegeben. Und ich war sofort hin und weg. Ähnlich wie damals bei Minecraft. Und das will was heißen. Deswegen lautet ab sofort die Parole: CAVE STORY HURRA!! (sorry Stefan!)

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Die zur Zeit in Japan immer akutere Ausmaße annehmende Katastrophe mitsamt Erdbeben, Tsunami und atomaren Bedrohungsszenarien wirft natürlich auch einen groß dimensionierten Schatten auf die Spiele-Industrie im von Schicksalsschlägen zermarterten Land. Die wichigste zu meldende Botschaft betrifft natürlich den menschlichen Aspekt. Zu Schaden kam niemand von den in Japan ansässigen Entwicklern. Square Enix (Tokyo), Nintendo (Kyoto), Capcom (Osaka, Tokyo)), SEGA (Tokyo), Namco (Tokyo), Bandai (Tokyo) oder Konami (Tokyo) befinden sich mit ihren Zentren weit genug weg von den Gefahrenstellen. Es grassierte über Twitter zudem das Gerücht, der Gründer von Pokémon, Satoshi Tajiri, sei durch die japanische Naturkatastrophe ums Leben gekommen. Das erwies sich glücklicherweise als kapitale Falschmeldung bar jeder Rechtfertigung. Ein Sprecher von der Pokémon Company, J.C. Smith, gab gegenüber Kotaku die Entwarnung:

False. Everyone at the Pokemon Company and Gamefreak is fine.

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Nächste Woche ist es so weit: Okamiden erscheint endlich für den Nintendo DS. Einige sich positiv äußerende Spieler in Nordamerika konnten bereits Exemplare ergattern und die internationale Presse bedachte das Spiel bereits mit wohlwollenden Wertungen. Es ist vielleicht der große Kracher vor der medial aufgeheitzten Veröffentlichung des 3DS. Werden da nicht schmerzliche Erinnerungen wach? Wir erinnern uns an das sich damals schlecht am Markt positionierte Okami. Die PS2 erlebte ihre letzten Tage und die Spieler steuerten auf die Nachfolgekonsole zu. Die am Ende des Lebenszyklus einer Hardware erscheinenden Spiele sind oft die Leidtragenden und haben mit Aufmerksamkeitsdefiziten zu kämpfen. Die Gamer’s Edition von Guiness Buch der Rekorde prämierte das Action-Adventure mit der undankbaren Würdigung, es sei der kommerziell erfolgloseste Preisträger eines “Game of the Year”-Awards.

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