
blaue pillen von frederik peeters erzählt von einer liebesbeziehung, in der die immunkrankheit aids große schatten wirft, am ende aber über die damit verbundenen zwänge und einschränkungen triumphiert. im zentrum steht folgender satz: “manchmal begegnet man menschen, die etwas ganz Besonderes sind. Die einem schon vom ersten Moment an vertraut scheinen….bei denen man sich nie wundert, wenn sie einem zufällig an der straßenecke begegnen und die einem unverhofft in den Sinn kommen, während man musik hört.”
Klaus

GAMGEA hat wieder zugeschlagen! Diesmal eine Leser-Beleidigung!
Ein neues Jahr steht bevor. Für manche vielleicht ein Neuanfang. Für andere vielleicht eine Fortsetzung alter Gewohnheiten. Trotz kühner Vorsätze trifft bei vielen wohl das letztere zu. Aber das hat auch sein Gutes. Denn immerhin haben wir das Glück, das Vertraute auch weiter fortsetzen zu dürfen. Bevor das jetzt in eine Papst Benedikt-Predigt ausartet, gleich die Überleitung…Moment…kurz Nachdenken…okay, noch ein paar Sekunden…..denn wenn etwas Gut war, dann soll es auch so bleiben. Und wie wir in unserem letzten Beitrag “Die besten Indie-Games 2011″ gesehen haben, war alles Gut. Deshalb soll das neue Jahr auch nur weiterhin Gutes bringen. Ja, bringt es denn auch etwas Gutes? Das wollen wir jetzt herausfinden.
Vorhang auf für die Indie-Games 2012. Natürlich lebt die Indie-Szene von der Unvorhsehbarkeit, dem Unkalkulierten. Schließlich tauchen hier große Perlen oft unverhofft aus dem Verborgenen auf, ohne vorher groß mit Suchscheinwerfern belichtet worden zu sein. Aber wir können zumindest mal einige vielversprechende, gut sich auf dem Papier anhörende Kandidaten unter die Lupe nehmen. Und jetzt bitte zum Bleigießen…

Von wegen flache Hierarchie. Das ganze Getratsche von egalité, fraternité und so weiter kann uns mal gehörig gestohlen bleiben. In unserem gestrigen “Die Spiele 2011 der Redaktion”-Artikel kam noch jeder einzelne noch so kleinwüchsige Redakteur gleichberechtigt zu Wort. Heute dagegen lassen wir nur eine Meinung zählen. Nämlich meine. Natürlich freut sich Jörg nicht gerade, wenn man in seinen Kompetenzbereich reinpfuscht, doch der ist ja zur Zeit eh mit Star Wars: The Old Republic beschäftigt. Deshalb wollen wir mal kurz die besten Independent-Games des zu Ende gehenden Jahres Revue passieren lassen.
Eins gleich vorweg: Es war ein gutes Jahr. Das ist nicht zur zwangsverordneter Optimismus. Es ist wirklich so. Die letzten Jahre taten sich herausragende Spiele wie Braid oder Limbo hervor. Dieses Jahr ist es wahrscheinlich Bastion gewesen, das am meisten Popularität einstrich. Doch auch in der Breite wurde allemal viel geboten!

Wir bei Gamgea rühmen uns in unserer verzerrten Selbstwahrnehmung oft, zur umstürzlerischen Avantgarde der Videospiel-Presse zu gehören. Wir brechen mit alten Gewohnheiten, spießen mit Blutrünstigkeit miefige Konventionen auf und spülen den Mainstream mit gellendem Gelächter ins Klo – selbst wenn uns dieser Spaß macht, geben wir das niemals zu (siehe Uncharted 3!). Schließlich haben wir einen Ruf zu wahren. Doch einer Videospiel-Pressetradition springen wir gerne bei: Auch wir küren unsere persönlichen Spiele des Jahres! Nicht indem wir uns in die virtuellen Redaktionskonferenzräume zurückziehen und stundenlang eine Diskussion vom Zaun brechen – denn dazu sind wir viel zu wenig kommunikativ. Wir sind dem vorprogrammierten Zoff und Dissens ausgewichen, indem wir uns gesagt haben: Jeder wählt seine drei persönlichen Favoriten. Ganz unabhängig voneinander.
Mangels Zeit (manche von uns sind leider berufstätig) konnten wir uns leider auch dieses Jahr nicht all den vielzähligen, sicherlich spielenswerten Blockbustern widmen. Also findet ihr nicht unbedingt die typischen Verdächtigen wie Dark Souls, Skyrim oder Dragon Age II wieder. Wir haben sie schlicht nicht gespielt. Lange Rede, kurzer Sinn: Hier unsere Spiele des Jahres! Und freut euch aufs Jörgs feine Indie-Spürnase…
Freunde schwarzen Humors mit überschrägem Einschlag aufgepasst! Nach Edna bricht aus versucht Daedalic Entertainment mit einem Nachfolger das Siegel des besten Humors wieder an sich zu reißen.
Daedelic Entertainment steht für qualitativ hochwertige Adventures mit dem gewissen Etwas. Ich wage zu behaupten, dass die Spiele der Firma auch international die Referenz des Genres markieren und seinesgleichen suchen. Dabei deckt der Entwickler und Publisher eine ganze Palette von Geschmäckern ab: Sowohl Fantasy-Begeisterte (The Whispered World) als auch ökologische Weltenverbesserer (A New Beginning) kommen auf ihre Kosten. Doch wenn es um Humor geht, dann ist der Hamburger Entwickler und Publisher sowieso einsame, unangefochtene Spitze. Der Überraschungshit Edna bricht aus ist vielleicht das humorvollste und skurrilste Adventure der letzten Jahre. Harveys neue Augen, der Nachfolger, versucht diese Tradition fortzuführen. Mit Erfolg?

Unser Fazit: Aber ja doch! Für mich ist Harveys neue Augen der vorläufige Höhepunkt des Portfolios der Hamburger. Auch wenn die Genre-Entwicklungsmöglichkeiten begrenzt sind, so wirkt das keine Experimente wagende Adventure doch wie ein frischer, fegender, aufwirbelnder Windstoß. Der Humor ist rabenschwarz, süß-sauer und einfach bitterschokoladenböse. Fans von Edna bricht aus werden voll auf ihre Kosten kommen. Das mit einem Seufzer in der Vergangenheit von Adventure-Veteranen resigniert vorgetragene Argument, seit der goldenen Ära von Lucas Arts gäbe es keine wirklich guten, humorvollen Adventures im Stile von Sam & Max oder Days of the Tentacle mehr, halte ich spätestens mit Daedelic und Edna bricht aus / Harveys neue Augen für überholt. Vielleicht bleibt ein Monkey Island was die Rätselabstrusität angeht unerreicht (zum Glück!), doch abgesehen davon sind diese Spiele aus Hamburg meiner Meinung nach kein Deut schlechter. Ganz klar ist Daedelic Entertainment neuestes Werk ohne Konkurrenz das Adventure des Jahres. Bravo! Während sich die Spanier von den Péndulo Studios nach Runaway und der damit verbundenen Adventure-Resozialisierung schnell wieder in die Versenkung verabschiedeten, erweist sich das deutsche Studio als konstanter, zuverlässiger Lieferant von inhaltlich (!) überraschender und intelligenter Adventure-Unterhaltung.
10/10 - Sensationell (10er sind so nah an der Perfektion, wie es auf einem System oder in einem Genre überhaupt möglich ist. Pure, ungetrübte Videospiel-Ekstase.))
Wir bedanken uns bei Rondomedia für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsmusters.

Was ist “Viewtiful”? Kurz: Wir schreiben ab sofort auch über Comics und Graphic Novels. Ausführlichere Erklärungen gibt es HIER!
An den Manga Ki-itchi !! von Arai Hideki bin ich bar jeden Vorwissens herangegangen. Als ich auf der ersten Seite erfuhr, dass der Held dieser Geschichte ein dreijähriges Kind sei, erwartete ich erst eine Art Superhelden-Geschichte mit einem mit geistigen und körperlichen Superkräften ausgestattetes Wunder-Wonneproppen. Stattdessen entfaltete sich zu meiner Überraschung eine sehr ernste und gesellschaftliche Themen aufgreifende Geschichte.
Leider scheint es den Manga nicht auf Deutsch zu geben. Bei Amazon sind lediglich die im Delcourt-Verlag herausgegebenen französischen Ausgaben vorrätig. Anscheinend gibt es auch englischsprachige Übersetzungen. Sehr schade. Sollte doch auch das deutsche Publikum von diesem Manga in Kenntnis gesetzt werden. Meine Eindrücke basieren auf den ersten beiden Büchern der ingesamt neun Bände umfassenden Reihe.










