Simon Lutstorf

Mrz 202010
 

Hallo ihr Zuleser

Wer sich im Moment auf gamgea.com befindet, bemerkt vielleicht den einen oder anderen Darstellungsfehler, Aussetzer oder fehlerhaften Link. Der Grund ist ein Serverwechsel, den wir im Hintergrund durchführen. Die grössten Probleme haben wir schon hinter uns – es kann aber immer noch zu unschönen Szenen kommen. Dafür entschuldigen wir uns und hoffen, dass es möglichst wenige Aussetzer gibt. Danke für euer Verständnis.

Mrz 012010
 

Ein PS3-exklusiver Blockbuster, eine neue Art des Geschichte-Erzählens, ein grafisches Meisterwerk sollte es werden: Heavy Rain ist das bisher ambitiöseste Werk des französischen Entwicklers Quantic Dream rund um David Cage. Eine Revolution ist es aber nicht.

Nach den vor allem dank ihrer spannenden Geschichten erfolgreichen Games Fahrenheit und The Nomad Soul wagte sich Quantic Dream an einen dicken Brocken. Heavy Rain sollte nicht nur eine fesselnde Story in atemberaubender Grafik auf den Screen zaubern, sondern dem Spieler auch noch etwas zurückgeben, was ihm viele Games sonst nur sehr selektiv oder gar nicht anbieten: Entscheidungsfreiheit. Make choices. Face the consequences liess auf ein Werk hoffen, dass der in Games möglichen Interaktivität endlich etwas mehr Bedeutung verleiht, als nur die Wahl der Waffe oder des Rennautos.

Heavy Rain
Heavy Rain
Unser Fazit: Noch selten hat mich ein Spiel so sehr an den Bildschirm gefesselt wie Heavy Rain. Die düstere Stimmung, die über weite Strecken aufwühlende Geschichte und die hervorragende musikalische Untermalung sorgen dafür, dass man sich nicht mehr von der Konsole trennen will, bis der Mörder gefunden, das Rätsel gelöst ist. Dabei schafft es Heavy Rain auch, den Spieler zu einigen äusserst unangenehmen, und trotzdem grausam spannenden Entscheidungen zu zwingen – Entscheidungen notabene, bei denen man nicht weiss, wie die Konsequenzen genau aussehen. Wer eine PS3 besitzt, sollte dieses Game spielen, punkt.
Aber: Auch Heavy Rain ist nicht perfekt. Die Geschichte leistet sich gegen Ende einige (zum Teil furchtbar klischee-besetzte) Patzer. Schuld daran sind auch die, etwas distanziert gesehen, ziemlich flachen Darsteller, die nur dank der stetigen Spannung nicht so sehr als solche auffallen. Bemängeln muss man leider auch die Steuerung, die zwar grösstenteils zufriedenstellend funktioniert, an einigen Stellen aber nervige Aussetzer hat. Und, vielleicht der wichtigste Punkt: Auch wenn es Heavy Rain in zahlreichen Situationen gelingt, die Illusion einer Entscheidung mit weitreichenden Konsequenzen aufrecht zu erhalten, merkt man während des Spielens eben doch unweigerlich, dass manchmal etwas mehr Schein als Sein dahinter steckt – und das kann mitunter enttäuschen.

8/10 – Toll (8er sind eindrucksvoll geraten, haben aber ein paar erkennbare Probleme. Werden nicht jeden in erstaunen versetzen, aber sind ihr Geld absolut wert. )

Wir bedanken uns bei Sony für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsmusters.

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Nov 232009
 
Der Controller von Tony Hawk Ride
Der Controller von Tony Hawk Ride
Bei Activision ist man dank dem Erfolg von Modern Warfare 2 im Moment wohl guter Laune. Der Erfolg des Shooters täuscht aber darüber hinweg, dass andere, ebenfalls mit Spannung erwartete Games untergehen – und das nicht zu knapp. Die Rede ist vom vor ungefähr einem Jahr gleichzeitig mit MW2 angekündigten Tony Hawk: Ride. Ein Game, bei dem man nicht nur die bisherige Tony Hawk-Serie überdenken und neue Wege beschreiten, sondern mit einem extra für das Game angefertigten Hardware-Controller bis dato ungesehen Realismus in unsere Wohnzimmer zaubern wollte. Der Grund für die gewagten Änderungen war offensichtlich EA’s skate und dessen Nachfolger, die es nach langen Jahren endlich geschafft hatten, dem angestaubten Skateboard-Genre wieder etwas frischen Wind zu verleihen. Wie also diese Steuerung toppen? Lösung: Mit einem Hardware-Addon. Der Controller sollte wie ein Skateboard aussehen, zum Draufstehen, weil Motion Controls sowieso en vogue sind und Bewegungssensoren mittlerweile spottbillig. Aber jetzt mal ehrlich: Was ging euch durch den Kopf, als ihr diesen Tony Hawk Ride-Controller das erste Mal gesehen habt? „Das funktioniert nie“, war mein erster Gedanke und „meine Freundin würde mich lynchen, wenn ich damit den Parkettboden ruinieren würde“ war der zweite.

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Nov 212009
 
Gutes Spiel, schlechte Verkaufszahlen - Schicksal der Wii
Gutes Spiel, schlechte Verkaufszahlen - Schicksal der Wii
Wir haben auf gamgea.com schon öfter die tiefen Verkaufszahlen von vermeintlichen Hits für die Wii diskutiert. Während einige dieser Spiele sicher an den vollmundigen Versprechen und der danach eher mittelmässigen Qualität scheiterten, gibt es auch genügend Fälle, wo man keine andere Erklärung findet als: Wii Spiele jenseits des Minigame-Sektors für die Familie haben auf dem Markt keinen Erfolg. Oder zumindest zuwenig, um die Entwicklung von weiteren Spielen zu rechtfertigen, die sich an Erwachsene und erfahrene Gamer richten. Natürlich gibt es Ausnahmen wie etwa den Railshooter House of the Dead; insgesamt lassen die Verkaufszahlen solcher Spiele aber meistens nur den Schluss zu, dass anspruchsvolle Spieler für ihre Wii in Zukunft kaum mehr anständige Kost finden werden. Das zeigen auch die finanziellen Turbulenzen von Marvelous Entertainment, das bisher eine der wenigen Bastionen für gute Wii-Games war. Mit Titeln wie No More Heroes, Little King’s Story oder Muramasa – The Demon Blade hat der Publisher gezeigt, dass man auf der Wii wirklich abwechslungsreiche und innovative Spiele entwickeln kann. Traurigerweise ist es jetzt aber auch Marvelous Entertainment, dass beweist, dass man mit der Entwicklung und Veröffentlichung solcher Spiele ein hohes Risiko eingeht. Der aktuellste Bericht des Unternehmens offenbart Verluste bei drei von vier Wii-Games im ersten Halbjahr 2009 – eine miese Bilanz. Im Gegensatz dazu schrieben vier von fünf PSP-Spielen schwarze Zahlen, was aber nicht ausreichte, um den Gesamtverlust auszugleichen.
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Nov 182009
 
Das letzte, noch unveröffentlichte Werk von Pandemic.
Das letzte, noch unveröffentlichte Werk von Pandemic.
Seit Tagen wurde gemunkelt, jetzt ist es offiziell: Electronic Art schliesst die renommierten Pandemic Studios aus Los Angeles. Vor zwei Jahren hatte man Pandemic zusammen mit Bioware übernommen, jetzt kommt das Aus – auch für die meisten der 200 Mitarbeiter. Tragisch ist die Situation für die Gründer. Josh Resnick, Andrew Goldman und Greg Borrud dienten dem Studio als CEO, Präsident und Vizepräsident und wurden ebenfalls entlassen.
Laut EA sollen alle bekannten Franchises und Markennamen von Pandemic weiterleben. Dazu gehören Spiele wie Full Spectrum Warrior, Destroy all Humans! und Mercenaries. Der aktuellste Titel von Pandemic, Saboteur, wird natürlich noch veröffentlicht. Laut Edge-Online sind strategische Entscheide, besonders das Einsparen von Kosten bei der Firmenstrukr, die Gründe hinter der Schliessung.
Die talentierten Jungs von Pandemic finden wahrscheinlich eine neue Stelle. Schade ist es trotzdem, wenn eine Erfolgsgeschichte wie diese auf der Basis von strategischen Entscheiden enden muss. Dass EA auf Kosteneffizienz pocht, ist vermutlich der anhaltenden Krise zuzuschreiben. Was zuviel kostet und zu wenig einbringt, wird wegrationalisisert. Vielleicht ist der „Aderlass“ für einige der Mitarbeiter ja die Gelegenheit, ein neues, unabhängiges Studio zu gründen – so wie auch Josh Resnick und Andrew Goldman zuvor bei Activision beschäfigt waren, bevor sie Pandemic aufzogen.

Nov 172009
 
Der neue Wireless Network Adapter N.
Der neue Wireless Network Adapter N.
Heute erscheint das grosse Herbst-Update für Xbox 360 mit Twitter, Facebook und Zune Videos. Dazu passend bringt Microsoft einen neuen WLAN Adapter für die Xbox 360 auf den Markt: den Wireless Adapter N. Der Adapter unterstützt den Funkstandard 801.11n und kann pro Sekunde über 300 Megabit Daten übertragen, was vor allem für das Streaming von HD-Videos benötigt wird. Zudem ist jetzt auch WPA2 für sichere drahtlose Netzwerke mit an Bord. Soweit so gut – ein Blick auf den Preis sorgt aber für grosse Augen. 99$ kostet der Wireless Adapter N in den USA, sogar knapp 80 Euro (also 120$!) bei uns. Also ungefähr halb so viel wie eine komplette Xbox 360 Arcade. Ein kleiner Vergleich zeigt: Wireless USB Sticks mit denselben Fähigkeiten, also 801.11n und WPA2 gibt es im Handel bereits ab 25 Euro. Dass Microsoft Xbox 360-Variante etwas teurer ist, könnte man etwas verstehen; es ist ja schliesslich ein extra auf die Konsole zugeschnittenes Produkt. Und wahrscheinlich auch hochwertiger verarbeitet als Billig-WLAN-Sticks. Aber dass der Wireless Adapter N gleich drei mal so teuer daher kommt, klingt verdächtig nach Abzocke. Alternativen gibt es nicht: Wer keine unschönen Kabel durch seine Wohnung ziehen will oder kann, muss zwingend auf den Adapter ausweichen, wenn er z.B. HD-Videos geniessen will. Es erstaunt wenig, dass bei Majornelson und anderen Blogs entrüstete User ihren Frust abladen, auch wenn die wohl meistens die falschen Ansprechpartner sein mögen.
Dass Microsoft sein Xbox 360-Zubehör nicht eben „billig“ verkauft, zeigte schon der bisherige WLAN-Adapter (60 EUR neu) oder die Festplatten. Eine Xbox 360-Festplatte mit 120 Gigabyte kostet im Handel ungefähr 120 Franken. Bereits ab 90.- gibt es externe Festplatten mit einem Terrabyte Speicherplatz…

Nov 162009
 
So funktionierts.
So funktionierts.
Zugegeben: Ich war schon von Beginn weg skeptisch, ob die vollmundigen Ankündigungen von Streaming-Services wie Onlive und Gaikai tatsächlich der Wahrheit entsprechen oder doch eher der Fantasie ihrer Schöpfer entspringen. Auf jeden Fall reisst der Strom an guten Nachrichten nicht ab: Vor einigen Tagen veröffentlichte CEO Steve Perlman (arbeiten dort auch noch andere Leute?) einen Blog-Beitrag, in dem er das Streaming auf Handys ankündigt. In einer Tech-Demo anlässlich der Wedbush financial conference demonstrierte man offenbar die Möglichkeit, sich Onlive-Games auch direkt aufs iPhone streamen zu lassen. Zudem sei es möglich, wie an einem PC auch anderen Spielern beim Zocken zuzusehen (Onlive verteilt den Spiel-Stream dann einfach auf mehrere User), Profile zu betrachten, usw. Einmal mehr fällt auf, dass es nur eine Tech-Demo ist, die wohl wie schon in früheren Präsentationen in einer kontrollieren Umgebung stattfand.

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Nov 152009
 
Es können auch alle gewinnen.
Es können auch alle gewinnen.

Nicht erst seit dem Eintritt von Microsoft ins Konsolenbusiness zelebrieren Gamer immer wieder den „Konsolenkrieg“. Während sich in Foren Fanboys die technischen Details mit all ihren Interpretationsmöglichkeiten gegenseitig an den Kopf werfen, argumentieren auf Blogs und Gameportalen viele Autoren gerne mit Verkaufszahlen. Als erfolgreichste Konsole gilt jene, die am meisten Einheiten verkauft und damit den „Krieg“ gewinnt. Typischer Ausdruck von Schwarz-Weiss oder Gut-Böse-Denken. Natürlich hat jeder Spieler, auch abhängig von den Konsolen in seinem Wohnzimmer, eine eigene und subjektive Sichtweise auf die Sache und als „Gewinner“ geht jenes Gerät hervor, dass einen aus irgendwelchen Gründen ans Herz gewachsen ist. Was man nicht kennt, kann man schliesslich auch nicht einschätzen und Fremdes ist uns Menschen ja sowieso nicht geheuer. Mit den Verkaufszahlen der Konsolen hat diese Hitparade der eigenen Lieblings-Hardware allerdings relativ wenig zu tun. Angenommen, Sony geniesst dank der PS3 Slim und den kommenden Exklusiv-Titeln längerfristig Aufwind und überholt Microsofts Xbox 360 in Sachen weltweiter Verkaufszahlen – gibt Microsoft dann auf und zieht sich aus dem Konsolenbusiness zurück? Hat Sony dann gewonnen, aber eigentlich auch nicht, weil Nintendo ja sowieso schon am weit voraus ist (aber die Wii zählt ja nur halb)?

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