Das Thema, ob gewaltorientierte Computerspiele nun schädlich für uns sind oder nicht, ist nach wie vor topaktuell und findet immer wieder Platz in sämtlichen Medien. Gerade erst vor drei Tagen zwitscherte Gerhard in unserem GamgeaChannel, dass mal wieder der Beweis vorläge, dass blutrünstige Computerspiele aggressiv und gewalttätig machen. Zwar nicht so stark, wie die Mitgliedschaft in einer Gang, aber immerhin. Natürlich darf die Generalisierung der Erkenntnis nicht fehlen. Wir alle werden aggressiver durch das Spielen. Ob wir nun wollen, oder nicht.
Aus dem Kategorienarchiv:
Gamgea Originale
Videospielen fehlt oft dieser eiterhaltige Ausschlag, der sie mit einem ekelerregenden Gestank erfüllt. Oftmals sind sie bis zum Anschlag parfümiert, die Kunden mit ätherischem Rosenduft ködernd wie ein mit buntscheckigem Gefieder ausstaffierter Lockvogel. Paradiesvögel mit einlullendem Singsang. Ein Federschlag der uns einzunehmen versucht. Gerade heutigen Blockbustern fehlt oft dieses gewisse Etwas. Dieser offensichtliche Makel. Sie nehmen sich wie ein entkernter Apfel aus, der nur auf geschmacklichen Schmusekurs aus ist. Ich meine: Was sind schon entdornte Rosen? Besonders diese mit Bedrohlichkeit gepaarte Eleganz macht die Königin der Schnittblumen zu einem ambivalenten Abenteuer. Nicht umsonst ist sie die Königin der Liebesblumen. Anziehend, aber auch das Potential der Gefahr bergend. Wie eben die entwaffnende Liebe, welche uns in Samt einzuwickeln vermag, um uns dann in blinder Liebesgier die Sinne zu vernebeln, woraufhin ein böses Erwachen sich einstellt.

Verflixt. Wir beklagen uns über die mit falschen Rezepten bestückten Dritthersteller, welche die Wii nur stiefmütterlich behandeln und oft nur missratene Annäherungsversuche an eine Konsole wagen, die im Gegensatz zur Konkurrenz ganz andere Töne anschlägt. Heute ist der 25. Februar. Der Veröffentlichungstermin eines wunderbaren Spiels, das es zwar auch auf anderen Konsolen gibt, aber nur auf der Wii richtiggehend brilliert (quasi ein gefühlter Exklusiv-Titel): Silent Hill: Shattered Memories. Über das Spiel selber brauchen wir nicht viel Worte zu verlieren. Fakt ist, dass die urjapanische, altehrwürdige Serie nach verpatzten Auftritten (das jedenfalls das dominante Meinungsbild – ich bin da ganz anderer Meinung) mit diesem innovativen Kleinod eine geglückte, eigentlich unerwartete Rückkehr feiert. Fazit: Innovativ. Erfrischend. Originell. Survival-Horror. Wii. Genau das, wonach sich die Besitzer dieser Konsole sehnen. Nur am Ende macht einer alles falsch. Ich!
Der Hype zum Start der Wii war also enorm (mehr dazu im ersten Teil des Beitrags). Ich behaupte, selbst Nintendo hat nicht mit einer derartigen Entwicklung gerechnet. Das ist allerdings gar nicht mal so tragisch. Viel schlimmer wiegt da die Tatsache, dass die Publisher und Entwickler nicht an den Erfolg der Wii glaubten und es deshalb lange Zeit wenige gute Spiele für insgesamt zu wenige Genres für Nintendos Konsole gab. Im schlechtesten Fall für zu lange Zeit…
Die Dritthersteller
Im Gegenteil, Launchtitel wie Excape from Bug Island stellten sich als mittlere Katastrophe dar und klingende Namen wie Far Cry vermochten auf der Wii auch nicht zu glänzen. Selbst das hochgehypte Red Steel wurde den hohen Erwartungen – aufgrund der Versprechungen Ubisofts und der Trailer – letztendlich nicht gerecht. Der immense Verkaufserfolg der Konsole hatte jedoch noch einen weiteren gravierenden Nachteil: jeder wollte am augenscheinlich lukrativen Geschäft mitnaschen und deshalb möglichst schnell Spiele für Wii auf den Markt werfen. Zahlreiche – mehr schlechte als rechte – PS2-Portierungen waren die Folge. Hauptsache man konnte die Titel schnell für Wii auf den Markt werfen. Bald stellte sich dabei heraus, dass gerade die neuartige Form der Steuerung oft den Knackpunkt darstellte. Häufig ließen sich die Games nur schlecht steuern; bei anderen reichte simples Schütteln, um irgendwelche Aktionen auszulösen. Auch grafisch änderte sich bei den meisten Titeln gegenüber der PS2-Version nicht viel, was für zusätzlichen Frust sorgte. Nein, so haben wir uns die Revolution nun wirklich nicht vorgestellt!
Also, in meinen Diskettenboxen tummelten sich hunderte von „Games“, z.T. mit tollen Cheat-Funktionen optimiert und bereit zum Durchspielen – was ich indes so gut wie nie getan habe. Ich kann mich an genau zwei C64-Spiele erinnern, die ich durchgespielt habe: The Last Ninja 2 sowie „To be on Top“ – ausgerechnet diese beiden Spiele hatte ich aber käuflich erworben.
Die Wii ist speziell. Und sie bzw. Nintendo hat ein Problem – ich nenne es jetzt mal grob “Das Wii-Dilemma”. Um zu verstehen, wie ich das meine, müssen wir zunächst in die Zeit vor dem Launch 2006 zurückreisen. In diesem Beitrag soll es deshalb speziell um die Vergangenheit der Wii gehen, um den unglaublichen Hype, dessen Folgen und ein wenig mehr. Danach können wir uns auf das eigentliche Dilemma konzentrieren; mehr dazu allerdings im entsprechenden Beitrag übermorgen.
Wie alles begann
Wenn Nintendo etwas in dieser Generation perfekt hinbekommen hat, dann war das die Vermarktung der Wii. Lange gab man sich geheimnisvoll und sprach nur von einer Revolution. So wurde der GameCube-Nachfolger lange genannt und ebenso lange gab es zur Revolution kaum Informationen. Einzig dass es die kleinste Nintendo-Konsole werden sollte und über Internetfähigkeiten verfügen wird, war bekannt. Nintendo, von vielen bereits abgeschrieben, hielt sich also bedeckt. Passend dazu der Untertitel eiens Golem-Beitrags vom 14 Mai 2005:
“Spielepionier droht, im Kampf von Microsoft und Sony unterzugehen.”
Nach der E3 2005 war dann schon einiges mehr zur Revolution bekannt, obwohl sich einige Informationen aus der Zeit schlichtweg als falsch entpuppten.
Heutiger Kandidat: Sakura Wars: So long, my Love
Erscheinungstermin: 15. März
Noch nie von Sakura Wars gehört? Keine Bange. Ich bis zum Aufrufen dieses fantastischen Foren-Threads auch nicht. Die seit 1996 ausschließlich in Japan lancierte und einige Erfolge verbuchende Serie wird erstmalig in westliche Gefilde hinüber gerettet (bei So Long, My Love handelt es sich genauer gesagt um Sakura Wars 5, das aber eigenständig genug sein soll, um uns europäische Neueinsteiger nicht in hoffnungslose Verwirrung zu versetzen). Es handelt sich um ein Strategie-RPG, das sich aus zwei primären Komponenten zusammensetzt. Laut wikipedia.com gehört Sakura Wars zu den ersten Spielen, die Strategie-Elemente mit Dating-Sim-Anleihen vermischt (also ähnlich wie bei Persona 3).







