Archiv für die ‘Klaus und seine Philosophie’ Kategorie
Tötet unsere Erwartungen ihr lieben Spielchen
Sleep is Death als moralisches Testgelände?
Inhalt über Form oder Form über Inhalt?
Offenbar ist dieser Grundinstinkt bis zum Konsum von Videospielen vorgedrungen. Viele stehen auf dem vertretbaren Standpunkt, die Geschichte sei mit der Hauptpfeiler eines guten, unterhaltsamen Spieles. Wir brauchen schließlich einen Zweck, einen narrativen Leitfaden, der uns immer wieder anstachelt, bestenfalls bis zum Ende des Spiels.
Videospiele als unreglementierter Diskurs – Artenschutz?
Was ist in der foucaultschen Lesart ein Diskurs? Schwierig zu definieren. Es gibt auch mehrere Auslegungsoptionen, und so genau umriss der französische Philosoph diesen Begriff auch nicht wirklich. Sowieso ist er ein Schriftsteller gewesen, dessen Theoriekonvolut sich nicht auf ein festes System festlegen lässt (dementsprechend vielfältig sind auch seine Themenschwerpunkte). Es ist wie ein Schattenspiel, das mehr andeutet, als ausformuliert. Er ist kein Systematiker im klassisch wissenschaftlichen Sinne, sondern ein denkender Schriftsteller, dem das Festzurren, Einkerkern und Inhaftieren von Begrifflichkeiten fremd ist (eben ein in die Philosophie sich verlierender Goethe). Dementsprechend schwer ist auch sein Stil. Aber eben auch anregend, überraschend, voller Wendungen und Wirrungen.
Wenn Superhelden auf Philosophen treffen
Der obige Absatz soll nur den folgenden Inhalt rechtfertigen, weil er vom eigentlichen Sujet abweicht und in fremden Jagdgebieten wildert. Heute bin ich glücklicherweise über das Buch Superheroes and Philosophy gestolpert, das mir aus Gründen der unentschuldbaren Unkenntnis erst seit dem heutigen Donnerstag bekannt ist. Und nach den ersten Leseeindrücken, die sich lediglich auf die ersten Kapitel beziehen, kann ich eine klare Empfehlung ausgeben.
Die objektive und subjektive Spielzeit
Kommentar: Eine Fahrt mit schussbereiten Airbags
Heavy Rain und der Versuch eines medialen Seitensprungs?
Gerade eben bin auch auf einen brillanten Artikel auf Destructoid.com von Jim Sterling gestoßen, der den mit Heavy Rain verbundenen Hype mitsamt seinen beihängenden Suggestionen unter die Lupe nimmt. Er kommt zu einer Schlussfolgerung, die mich schon seit längerem umtreibt und auch leicht beunruhigt. Der Versuch von Entwcklern, ständig darauf bedacht zu sein (inklusive der werbestarken Artikulation dieses Strebens), die narrativen Qualitäten von Filmen zu tangieren. Die bisher erzählten Geschichten in Videospielen erreichen in der großen Mehrzahl natürlich keinen Pulitzer-Preis, doch wir vergessen auch immer, dass die Essenz des Mediums nicht von inhaltlicher Natur ist. Im Grunde genommen sind Geschichten nur ein nettes Beiwerk, das uns durch das spielerische Gerüst (im besten Fall) peitschen soll.
Mass Effect 2 und der Games-Journalismus

Derzeit enbrennt eine heißblütige Debatte über Mass Effect 2. Viele Spieler stoßten sich schon im Vorfeld der Veröffentlichung an dem von RPG-Altmeister BioWare hochgeschraubten Action-Anteil des Spiels, das sich in einer allzu beherzten Umarmung an Genre-Referenzen wie Uncharted 2 oder Gears of War II orientiert und sich angeblich wie ein adrenalingeladener Third-Person-Shooter in Reinkultur anfühlt. Da kommt die berechtigte Frage auf: Wie weit darf ein sich als (Action-) Rollenspiel bezeichnendes Spiel gehen, bis es seiner urwüchsigen Klassifikation verlustig geht? Was zeichnet einen solchen Genre-Vertreter überhaupt aus? Überbordende Statistiken mit etlichen Zahlenwerten, das feingliedrige Ausarbeiten der Charaktere samt Level-Aufstieg und komlexem Fähigkeiten-Ausbau, oder ein bis ins kleinste Detail ausgearbeitetes Universum, das zum freizügigen Erkunden einlädt? Oder sind es, wie BioWare uns suggerieren möchte, unsere Entscheidungen, welche ein Universum beeinflussen, unsere Konsequenzen nach sich ziehende Interaktionen mit virtuellen Schauspielern (und bei ME2 können wir gewiss von Schauspielern sprechen)?
Das Leiden der heutigen Spiele-Entwickler
We’re hiring talented people who are as dedicated to fun as we are. Come work and play in the sun at our beautiful facility only 5 minutes from the surf. Not to mention you get to enjoy San Diego’s incredible weather! Rockstar San Diego is located in the quiet beautiful beach town of Carlsbad.” (via Rockstar San Diego Website)
Dieser von der Website von Rockstar San Diego herrührende Textblock liest sich nahezu wie ein Strandurlaub mit garantierter Sonnenbräune. Beim näheren Hinsehen entpuppt sich die angebliche Idylle aber als trügerisch. Momentan sorgt ein im Internet zugänglicher Brief für Aufsehen, der im verzweifelt anmutenden O-Ton einer SOS-Meldung verherrende Arbeitsbedingungen bei Rockstar San Diego anprangert, die unter der Ägide von Rockstar Games NYC gerade (im wahrsten Sinne des Wortes) mit Hochdruck an der Fertigstellung von Red Dead Redemption werkeln.
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