Mrz 012011
 
Kein Placebo.
Kein Placebo.

Liebe Politiker in Bayern und sonstwo, lest jetzt genau mit! Im Rahmen der gerade stattfindenden Game Developers Conference in San Francisco hat Jane Gackenbach von der Grant MacEwan Universität vorgeschlagen, Soldaten sogenannte “Killerspiele” auf Krankenschein zu verordnen. Sie hat nämlich in einer psychologischen Studie herausgefunden, dass Soldaten nach Kampfeinsätzen deutlich weniger an posttraumatischen Störungen leiden, wenn diese häufig Ego-Shooter, Rollenspiele und komplexe Strategiespiele spielen. Soldaten, die nur gelegentlich spielen und friedvollere Genres bevorzugen, geht es diesbezüglich nicht so gut.

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Mrz 192010
 

Sieht man in der Schweiz vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr?
Sieht man in der Schweiz vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr?

Ich kenne mich mit dem schweizer Rechtssystem nicht ganz so gut aus – da kann uns vielleicht später mal Simon mehr dazu erzählen, allerdings sieht es so aus, als ob die Schweiz ein generelles Verbot von sogenannten Killerspielen (kann mir da mal jemand eine genaue Definition davon geben bitte?) durchziehen will.

Zumindest hat der Ständerat in der Schweiz ein generelles Verbot von Killerspielen schon beschlossen. Auf dem Blog Freiheitskampf1984 heißt es weiter, nun müsse der Bundesrat ein entsprechendes Gesetz ausarbeiten. Ob es danach tatsächlich zu einem Generalverbot kommen kann? Immerhin gibt mir diese Passage in der Wikipedia zum Thema Ständerat Hoffnung:

“Die beiden Kammern Ständerat und Nationalrat sind politisch völlig gleichwertig – ein Beschluss ist nur gültig, wenn er von beiden Kammern in derselben Fassung verabschiedet wurde.”

Außerdem halten viele Politiker in der Schweiz ein generelles Verbot für kaum umsetzbar.

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Okt 182009
 
Das böse Counter-Strike.
Das böse Counter-Strike.
Die Wellen schlagen erneut hoch bei der Gewaltdiskussion. Ausschlag gab eine vom Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden dieses Wochenende durchgeführte Aktion, bei man Videospiele in einem Container sammeln sollte, die später vernichtet (oder genauer: vebrannt) werden. Auf Stigma Videospiele findet ihr einen aufschlussreichen Artikel zum Thema – unbedingt lesen. Wenn Kulturgüter verbrannt werden, dann muss man aufhorchen.

Leider hat die Aktion zwar Proteste von Spielern hervorgerufen, aber in sehr vielen Fällen schnitten sich die entnervten Spieler ins eigene Fleisch. Laut Aktionsbündnis hat man bereits im Vorfeld der Aktion über 500 E-Mails erhalten mit zum Teil unglaublich primitivem Inhalt. Beleidigungen sind in den “Protestmails” offenbar an der Tagesordnung und so verwundert es nicht, dass sich zahlreiche Medien auf die Aktion stürzten. Was ist wohl eine erfolgsversprechendere Story, dass ein Aktionsbündnis ein paar wenige Spiele sammeln und vernichten will, oder dass hunderte von Jugendlichen “Killerspiele”-Spielern die Mitglieder des Bündnisses (Eltern von Opfern aus Winnenden!) verbal in jeder möglichen Form beleidigen?

Protest ist wichtig und richtig, aber solche Mails, die dann natürlich gerne in den “Nicht-Gamermedien” zitiert werden, helfen nicht – im Gegenteil, sie zementieren das Bild von abgestumpften Jugendlichen, die keinerlei Vorstellungen haben von Moral, von richtig und falsch, und die dazu natürlich noch “Killerspiele” zocken. Was soll jemand davon halten, der die Vorgeschichte nicht kennt, der die Argumente nicht gelesen hat?

Die Gewaltdiskussion ist letztendlich stellvertretend für die Akzeptanz von Videospielen (auch als Kulturgut) in der Gesellschaft. Und im Moment, wo so viele generelle Verbotsforderungen und Missverständnisse die “Diskussion” dominieren, macht man mit solchen Schlagzeilen nur Rückschritte. Das nervt.

Okt 152009
 

Im Bericht des Expertenkreis Amok geht es um Prävention, Intervention, Opferhilfe und Medien. Bei den Medien scheint man allerdings weniger auf Kompetenz zu setzen, sondern eher auf Verbote und einseitige Sichtweisen. Eine Analyse.

[Bild nicht gefunden]Am 11. März 2009 ereignet sich der tragische Amoklauf eines Jugendlichen in Winnenden. Innerhalb von Stunden gerieten Video- und Computerspiele ins Kreuzfeuer der Kritik und binnen Wochen wurden Verbotsforderungen trotz der strikten Regelung durch die USK laut. Nach der Tat richtete die Landesregierung Baden-Württemberg einen Expertenkreis Amok ein, der vor einigen Tagen seinen Schlussbericht zum Fall Winnenden veröffentlicht hat. Es geht um Prävention, Intervention, Opferhilfe und Medien. Wenig erstaunlich wurde auch das Thema Computer- und Videospiele diskutiert; und ebenfalls wenig erstaunlich finden sich im Bericht einige Äusserungen, die bei genauer Betrachtung von zweifelhafter Natur und wenig fundiert sind. Der Expertenkreis Amok empfiehlt entsprechend “…das Verbot von gewaltverherrlichenden Darstellungen, vor allem bei Computerspielen (off- und online), durch Änderung des Strafgesetzbuches im Rahmen der verfassungsrechtlichen Schranken auszudehnen.” Auch die absurde Forderung nach einem Paintball-Verbot wird erneut gestellt.
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Jul 162009
 

1. “Brutal normal”
(merkur.de)
Ein lesenswerter und vor allem fairer Artikel zum Ewig-Thema Gewalt in Computerspielen. Wer sich genauer einlesen möchte, dem sei das Buch [amazon 3531167030]Die Computerspieler: Studien zur Nutzung von Computergames[/amazon] von Thorsten Quand, Jeffrey Wimmer und Jens Wolling empfohlen, auf dessen Grundlage auch der Artikel im Merkur geschrieben wurde. Ich hab mir das Buch bestellt, auch wenn knapp 40 Euro relativ viel sind für wenig neue Erkenntnisse. Aber es schadet ja nie, bei einem so umstrittenen Thema ein bisschen tiefer zu graben.

2. Dragon Quest IX kommt, Nintendo jubelt
(kotaku.com)
Dragon Quest IX ist, zumindest in Sachen Verkaufszahlen, DER Renner in Japan. Da verwundert es nicht, dass auch die DSi Verkäufe deutlich angezogen haben. Um genau zu sein, haben sich die Absätze von 51’000 Einheiten in der Woche vor Dragon Quest auf 126’000 nach dem Release mehr als verdoppelt. Und das in einem Land, das im Vergleich zu anderen Staaten bereits eine sehr hohe Dichte an DS-Besitzern hat. Nod bad.

3. Playstation Home: ein Zwischenstand
(edge-online.com)
Wie steht es um Sony’s Playstation Home-Projekt sieben Monate nach dem Launch? Bisher hat uns Home leider noch nicht wirklich überzeugen können und ist eher durch Dinge aufgefallen, die fehlen, als solche, die cool sind. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Ein Zwischenstand.

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Jul 082009
 

1. Monster Hunter Freedom Unite offiziell das erfolgeichste PSP Spiel
(gamasutra.com)
Die fast schon fanatische Monsterjägerei im Land der aufgehenden Sonne hat Capcom heute glücklich verkünden lassen: Monster Hunter Freedom Unite ist mit 3.5 Millionen verkauften Einheiten das erfolgreichste PSP Spiel – überhaupt. Das ist um so beeindruckender, als der Verkauf des Games in Europa und den USA gerade erst angefangen hat (Review folgt!). Ob die fünf Millionen für ein PSP Game zu knacken sind?

2. Battlefield 1943 ist da, aber…
(shacknews.com)
.. spielen kann man leider nicht. Die Server sind hoffnungslos überlastet; habs selbst ausprobiert, oft kann man nicht einmal verbinden. EA ist im Moment dabei, weitere Server aufzubauen, schliesslich kommen morgen noch die PS3-Spieler dazu. Immerhin, EA freuts: “Good news, the game is incredibly successful beyond even my expectationsjubelt Gordon van Dyke. (Übrigens, wer auf Battlefield Heroes ausweichen wollte, der hat ebenfalls Pech: Die Seite ist down).

3. Games wachsen weiter in der Schweiz
(mediabiz.net)
Während in Japan die Gameverkäufe massiv eingebrochen sind, erfreut man sich in der Schweiz weiterhin an steigenden Absätzen. Zwar sei das Wachstum auf 3% geschrumpft, aber man konnte mit 100’000 verkauften Konsolen immerhin eine neue Grenze übertreffen, so die SIEA über das erste Quartal 2009. Komplette Marktzahlen gibt es für Interessierte in diesem PDF.

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Jul 052009
 

Das aktuellste Beispiel einer abgesagten LAN-Party zeigt eindrücklich: Die Diskussion rund um Gewalt in Computer- und Videospielen wird von Missverständnissen und gegenseitigem Misstrauen dominiert. Mehr aufrichtiger Dialog wäre das einfachste Lösungsmittel.

Für Aussenstehende sind LAN-Parties nicht einfach zu verstehen.
Für Aussenstehende sind LAN-Parties nicht einfach zu verstehen.

Die Vorgeschichte im Schnelldurchlauf: Die jährlich stattfindende LAN-Party CTX des Vereins Computerfreunde Karlsdorf-Neuthard wurde abgesagt. Als Grund geben die Veranstalter an, die Gemeinde habe darauf gedrängt, “Killerspiele” aus dem Programm zu nehmen, darunter auch Warcraft III und Counterstrike 1.6. Das komme einer Absage gleich.
Die Nachricht aus Karlsdorf-Neuthard verbreitet sich wie ein Lauffeuer über das Internet und löste Kopfschütteln bei Spielern aus. Unverständnis über die Ignoranz äussert sich nicht selten in wütenden Schimpftiraden gegen Politiker und allgemein Autoritäten, die uns Gamern scheinbar das Hobby, ja die Kultur verbieten wollen. Bei genauerem Hinsehen endeckt man schnell: Sowohl die Motive der Gemeinde als auch die Reaktionen der Spieler werden von Missverständnissen regiert. Gegenseitiges Misstrauen verhindert einen Dialog, der dringend nötig wäre, um beide “Seiten” einander näher zu bringen. Und letztendlich auch, um echten Jugendschutz zu betreiben und Erwachsenen ihre Freiheiten in einem Rechtsstaat zu sichern.

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