Sep 092008
 

Nicht nur in Österreich wird am 28. September gewählt, sondern auch in Bayern. Für den dortigen Innenminister Joachim Herrmann anscheinend Grund genug, sich wieder einmal zum Thema „Killerspiele“ zu äußern. Am 1. September meinte dieser, der derzeitige Jugendschutz, was Computerspiele betrifft, sei völlig unzureichend. Herr Herrmann forderte deshalb ein „klares Herstellungs- und Verbreitungsverbot virtueller Killerspiele“. Und das, obwohl Deutschland in Sachen Computerspiele eines der weltweit strengsten Jugendschutzgesetze überhaupt aufweist…

Herrmanns Äußerungen wurden vom deutschen Kulturrat prompt und sehr vehement kritisiert und unter anderem auch als „schlechter bayerischer Running Gag in Wahlkampfzeiten“ abgetan. Ausführlich kann die Reaktion des Kulturrats hier nachgelesen werden.

So weit – so altbacken. Vor kurzem aber gab Herr Herrmann in der Zeit ein Interview, bei dem so manche Antwort nun jedoch dem Faß den Boden ausschlägt. Ein paar Auszüge daraus:

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Aug 182008
 

Bei Wikipedia steht unter Computerspiele unter anderem folgendes zu lesen: „Computerspiele prägen heute unsere Kultur und sie beeinflussen Menschen moderner Gesellschaften ebenso wie andere Massenmedien. […] In Deutschland gibt es viele ablehnende Vorurteile gegenüber den Computerspielen – sie führen gesellschaftlich und kulturell immer noch ein Nischendasein, wenn auch nicht wirtschaftlich.“

Zumindest kulturell hat sich die Lage vor kurzem sehr zum Positiven verändert, wurde doch der Bundesverband der Entwickler von Computerspielen (Game) nach langen Diskussionen als Mitglied im Deutschen Kulturrat aufgenommen. Der Geschäftsführer Malte Behrmann spricht von einem geradezu historischen „Meilenstein für die deutsche Medienpolitik“. Die Aufnahme in die Sektion Film und Audiovisuelle Medien kommentierte er weiter: „Zum ersten Mal ist ein Verband der Spieleindustrie im kulturellen Politikumfeld institutionell verankert worden. Damit ist die Spieleindustrie endgültig im kulturellen Bereich angekommen. Das ist ein großer Tag für die deutsche Spieleindustrie!“

Der Deutsche Kulturrat ist der anerkannte Spitzenverband der 210 Bundeskulturverbände und versteht sich als Ansprechpartner der Politik und Verwaltung des Bundes, der Länder und der EU. Ziel des Vereins ist es, bundesweit spartenübergreifende Fragen in die kulturpolitische Diskussion auf allen Ebenen einzubringen.

Mit der Aufnahme in den Kulturrat wurde ein weiterer wichtiger Meilenstein erreicht, der mit dafür ausschlaggebend sein wird, dass Computerspiele in Zukunft neben Film, Musik, Theater usw. als gleichbedeutende Kunstform akzeptiert werden. Für mich nur noch eine Frage der Zeit, bis es so weit sein wird. Freuen wir uns darauf!

(via GAME, Deutscher Kulturrat)