Dennis

Nov 282010
 

Still und leise hat sich ein neuer Videospiel-Held, genauer gesagt eine neue Heldin, in unser Wii-Laufwerk geschlichen. Doch Ivy verzichtet auf Superkräfte, durchschlagskräftige Waffen und ein cooles Image. Denn Ivy ist anders.

Entwicklerlegende Yuji Naka ignoriert den momentanen Trend, innovative und kurzweilige Geschicklichkeitsspiele ausschließlich in Download-Form anzubieten und schickt sein neuestes Werk Ivy the Kiwi? daher nicht per Datenautobahn, sondern ganz oldschool über die Händlerregale und Online-Shops in Euer Wohnzimmer. Und wenn jemand so selbstbewusst gegen den Strom schwimmt und sich für den Erhalt des physischen Datenträgers einsetzt, um unsere haptische Deprivation aufzuhalten, betrachten wir es natürlich als unsere Pflicht, dies mit einem ausführlichen Review zu würdigen. Werfen wir also einen Blick über den Action-Tellerrand und finden heraus, ob sich die Kiwis dieser Welt videospielmäßig seit ihrem ersten Auftritt 1988 in The New Zealand Story weiterentwickelt haben.

Unser Fazit: Ivy the Kiwi? ist ein Geschicklichkeits-Titel, wie er im Buche steht. Das Gameplay ist ebenso innovativ wie eingängig und weiß von der ersten Minute an zu überzeugen. Ivy mittels Efeuranken durch die Level zu lotsen, zu werfen oder zu schleudern ist ein überaus spaßiges Unterfangen. Das stilvolle, atmosphärische Märchenbuch-Grafikdesign unterstreicht dabei gekonnt die Einzigartigkeit des Titels und lässt ihn wohltuend aus dem momentanen Action-Einheitsbrei hervorstechen. Lediglich die für Geschicklichkeitsspiele typische, kurze Spieldauer muss sich der Titel negativ ankreiden lassen. Für die kurze Runde zwischendurch ist Ivy jedoch genau das Richtige.

7/10 – Gut (Eine 7 steht für solide Spiele, die definitiv ihre Freunde finden werden. Lässt Wiederspielwert vermissen, ist zu kurz oder weist andere Mängel auf, die nicht ignoriert werden können. Die Erfahrung bereitet aber ingesamt Spaß.)

Wir bedanken uns bei SEGA für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsmusters.

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Nov 172010
 

Früher war angeblich alles besser. Die Winter waren noch richtig kalt, das Geld war noch etwas wert, die Jugend noch nicht so frech, und Sonic-Spiele auf stationären Konsolen standen noch für ungebremsten Spielspaß.

SEGA kann nun zwar weder das Wetter ändern noch die globale Wirtschaftslage steuern oder den Generationenkonflikt beilegen, aber zumindest was Sonic-Spiele angeht gelobt der japanische Konzern Besserung. Die letzten 3D-Ausflüge des Igels enttäuschten Fans und Fachpresse gleichermaßen und standen allesamt im Schatten ihrer 2D-Geschwister. Dabei gab es immer wieder Anlass zur Hoffnung. Doch die guten Aspekte und Gameplay-Elemente wurden jedes Mal von fragwürdigen Design-Entscheidungen untergraben. So waren Titel wie z.B. Sonic Unleashed zwar keine Totalausfälle und boten durchaus einige der beeindruckendsten Momente der Seriengeschichte, doch Werigel-Mutationen, Schwertkämpfe, Shooter-Einlagen und das ständige Hinzufügen neuer Charaktere mit ihrem Sonic-untypischen Gameplay vermiesten vielen Spielern den Spielspaß. Diesmal soll jedoch alles ganz anders werden, und Sonic Colours schickt sich an, die Unkenrufe Lügen zu strafen.

Ob Sonic dieses Mal die Kurve kriegt?
Ob Sonic dieses Mal die Kurve kriegt?

Unser Fazit: SEGA hat es geschafft! Nach all den Jahren vergeblichen Flehens seitens der Fans und nach all den durchwachsenen bis schlechten Kritiken der Fachpresse besinnt sich der Konzern nun endlich auf das, was Sonic früher (in den guten, alten Zeiten) ausmachte: Einwandfreie Spielbarkeit, eine sympathische Geschichte, eine grandiose Technik und eine gelungene Mischung aus Hochgeschwindigkeits- und diffizilen Hüpf-Passagen. Sonic Colours ist das Spiel geworden, auf das die Spielerschaft seit der 16-Bit-Ära gewartet hat. Zumindest was die Heimkonsolen angeht. Denn den 2D-Ausflügen des blauen Stachelmaxes für Handhelds (auf GBA, DS, NeoGeo Pocket und N-Gage) hat man ja schon immer nachgesagt, dass sie ihre 3D-Kollegen in die Tasche stecken. Dies ist nun nicht mehr der Fall. Sonic Colours beweist, dass Sonic-Spiele auch in 3D funktionieren können! Naja, sagen wir ehrlicherweise in 2,5D.

9/10 – Großartig (Eine 9 ist eine hervorragende Errungenschaft. Es gibt kleinere Ungereimtheiten, die aber vernachlässigbar sind und das Gesamtbild nicht erschüttern können.)

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